07 May 2026, 00:30

10-Euro-Eintritt für Gräfrath-Marktfest: Seniorenbeirat protestiert gegen soziale Ausgrenzung

Balkendiagramm, das Armutsquote nach Alter und Geschlecht im Jahr 2012 zeigt, mit Abschnitten, die den prozentualen Anteil von Menschen in Armut pro Altersgruppe angeben, sowie begleitenden Daten zu diagnostizierten Fällen und finanziellem Zuschuss.

10-Euro-Eintritt für Gräfrath-Marktfest: Seniorenbeirat protestiert gegen soziale Ausgrenzung

10-Euro-Eintritt für das Gräfrath-Marktfest sorgt für Kritik des Solinger Seniorenbeirats

Der Seniorenbeirat der Stadt Solingen übt scharfe Kritik an der neu eingeführten Eintrittsgebühr von 10 Euro für das Gräfrath-Marktfest. Die Interessenvertretung argumentiert, dass die Kosten ältere Bürgerinnen und Bürger unzumutbar belasten – insbesondere jene, die von kleinen Renten leben müssen. Die Veranstalter rechtfertigen die Gebühr mit steigenden Sicherheitsausgaben, doch Kritiker warnen, dass sie den inklusiven Charakter des Festes gefährdet.

Der Seniorenbeirat verurteilt die Praxis als ungerecht, da von den 10 Euro lediglich 2 Euro als Essensgutschein zurückerstattet werden. Für Rentner mit knappen Haushaltsbudgets bleibe die verbleibende Summe von 8 Euro eine spürbare Belastung. Der Beirat betont, dass solche Hürden viele ältere Menschen ausschließen – von einem Event, das einst für alle offen war.

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Besonders wichtig ist das Fest für Senioren, da es seltene Gelegenheiten für gesellschaftlichen Austausch und Gemeinschaft bietet. Zwar haben die Organisatoren als Zugeständnis einen kostenlosen Familientag am Sonntag eingeführt, doch der Beirat hält dies für unzureichend: „Viele ältere Menschen leben allein und profitieren davon nicht.“ Zudem verweist man auf die wachsende Altersarmut in Solingen, die die Frage der Bezahlbarkeit verschärft.

Als Lösungsvorschläge schlägt der Beirat gestaffelte Preise, Ermäßigungen für Senioren oder eine stärkere finanzielle Unterstützung durch die Stadt vor. Die Gebühr sei nicht nur ein finanzielles Problem, sondern ein Symbol für einen Wandel: „Was einst ein Fest für alle war, droht nun zu einer Veranstaltung für Zahlungskräftige zu werden.“

Die Debatte um den Eintrittspreis wirft grundsätzliche Fragen zum Zugang zu kommunalen Veranstaltungen auf. Steigen die Kosten weiter, könnten immer mehr Senioren von lokalen Traditionen ausgeschlossen werden. Mit seinem Appell für fairere Lösungen setzt der Beirat Organisatoren und Stadtverwaltung unter Druck, einen Ausgleich zwischen Finanzierungsbedarf und gesellschaftlicher Teilhabe zu finden.

Quelle