07 June 2026, 08:29

50.000 feiern und kämpfen beim LGBTI+-Pride in Lissabon gegen Rückschritte

"Kein Schweigen, keine Angst": Etwa 50.000 Menschen marschieren in Lissabon für LGBTI-Rechte

50.000 feiern und kämpfen beim LGBTI+-Pride in Lissabon gegen Rückschritte

Lissabon veranstaltete am Samstag seinen 27. LGBTI+-Pride-Marsch – mit rund 50.000 Teilnehmer:innen

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“ zog der Umzug um 17 Uhr vom Marquês-de-Pombal-Platz aus durch die Stadt. Die Organisator:innen betonten, dass die Veranstaltung sowohl ein Fest als auch ein Protest gegen die wachsenden Bedrohungen lang erkämpfter Rechte sei.

An dem Marsch beteiligten sich 17 Vereine und Kollektive, die sich für LGBTI+-Rechte, Feminismus und Antirassismus einsetzen. Familien, Unterstützer:innen und Aktivist:innen demonstrierten gemeinsam Solidarität und Widerstand. Viele trugen Schilder, die sich gegen aktuelle Versuche richten, Gleichstellungsgesetze auszuhebeln.

Besonders im Fokus stand das Gesetz 38/2018, das die Selbstbestimmung der Geschlechtsidentität ermöglicht – und nun möglicherweise wieder abgeschafft werden soll. Die Veranstalter:innen warnten, dass dieses und andere Rechte durch politischen Druck in Gefahr seien. Helder Bértolo, einer der Koordinatoren, prognostizierte für 2025 noch größere Teilnehmerzahlen, falls die Angriffe auf LGBTQI+-Rechte anhalten.

Auch Politiker:innen riefen zum Engagement auf. Paulo Muacho von der Partei Livre forderte die Menschen auf, an Pride-Veranstaltungen teilzunehmen, und verwies auf eine radikalisierte Rechte, die LGBT-Gemeinschaften ins Visier nehme. Joana Mortágua vom Linksblock äußerte Bedauern, dass der Marsch in einer Zeit stattfinden müsse, in der Rechte insgesamt zurückgedrängt werden.

Der Pride-Marsch 2024 endete mit einer klaren Botschaft: Widerstand bleibt unverzichtbar. Angesichts bedrohtem rechtlichem Schutz und steigender Beteiligung betonten Organisator:innen und Teilnehmende die Notwendigkeit, weiterhin sichtbar zu bleiben. Die Veranstaltung war zugleich eine Feier der Identität und eine Mahnung, sich nicht in falscher Sicherheit zu wiegen.

Quelle