AfD-Antrag gegen Muslim Interaktiv scheitert – doch das Verbot kommt später
Käte KitzmannAfD-Antrag gegen Muslim Interaktiv scheitert – doch das Verbot kommt später
Ein umstrittenes Video, das der AfD-Politiker Baumann am 13. Juni 2024 auf Facebook veröffentlichte, lenkte die Aufmerksamkeit auf einen gescheiterten Antrag zum Verbot der Organisation Muslim Interaktiv. Die Aufnahmen bezogen sich auf einen entsprechenden Vorstoß der Partei vom Mai 2024, der am selben Tag wie die Veröffentlichung des Videos vom Bundestag abgelehnt wurde.
Die AfD hatte ihren Antrag auf ein Verbot von Muslim Interaktiv im Mai 2024 eingebracht. Am 13. Juni 2024 stimmte der Bundestag dagegen – die Ablehnung wurde von mehreren Parteien unterstützt. Der CDU-Abgeordnete Christoph de Vries bezeichnete den Vorstoß der AfD als unnötig und verwies auf die bereits bestehenden Bemühungen seiner Partei gegen den politischen Islamismus.
Bereits im April 2024 hatte die Hamburger CDU versucht, die Gruppe zu verbieten. SPD- und Grüne-Vertreter blockierten diesen Antrag. Bis Juni 2024 hatte der Hamburger Verfassungsschutz Muslim Interaktiv als „gesichert extremistische“ Organisation eingestuft. Der BSW-Politiker Ali Al-Dailami kritisierte den AfD-Antrag dafür, dass er nicht zwischen Islam und Islamismus differenziere und damit Muslime pauschal unter Generalverdacht stelle.
Ebenfalls im Juni 2024 scheiterte ein bundesweiter CDU-Antrag zur Bekämpfung des politischen Islam, der unter anderem Verbote bestimmter Vereine vorsah. Trotz dieser politischen Rückschläge verbot das Bundesinnenministerium Muslim Interaktiv schließlich im frühen November 2025. Zur Begründung hieß es, die Gruppe strebe die Durchsetzung des Islam als einziges gesellschaftliches Modell an und lehne die staatliche Autorität ab.
Das Verbot erfolgte mehr als ein Jahr nach den ersten Anträgen und Debatten. Muslim Interaktiv war bereits vor dem Verbot offiziell als extremistisch eingestuft worden. Die Aktivitäten und die ideologische Ausrichtung der Gruppe führten schließlich zu ihrer Schließung durch die Bundesbehörden.
