08 June 2026, 02:23

AfD Baden-Württemberg: Machtkämpfe und Rekordergebnis spalten die Partei

Bericht: Interne Briefe belasten AfD-Spitze in Baden-Württemberg

AfD Baden-Württemberg: Machtkämpfe und Rekordergebnis spalten die Partei

In der baden-württembergischen Landesverbands der AfD sind die Spannungen eskaliert, nachdem zwei interne Beschwerdebriefe die Parteiführung ins Visier genommen haben. Der Streit kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Landesvorsitzende Markus Frohnmaier mit über 91 Prozent der Stimmen eine Erdrutschwahl für sich entschied – das beste Ergebnis, das je ein AfD-Landeschef in der Geschichte des Regionalverbands erreicht hat.

Die an die Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla gerichteten Schreiben werfen der Partei vor, sich von einer basisdemokratischen Bewegung zu einem autokratischen System gewandelt zu haben, das von Machtcliquen und Vetternwirtschaft geprägt sei. Einer der Briefe stammt von Rüdiger Klos, einem ausscheidenden AfD-Landtagsabgeordneten und Mitgründer des Regionalverbands. Er behauptet, die Führung unterdrücke Kritiker durch Parteiausschlussverfahren und vergleicht die Vorgehensweise mit „Säuberungen, wie sie an totalitäre Regime erinnern“ sowie „innerparteilichen Methoden im Stil Goebbels’“. Klos warnte zudem, dass unqualifizierte Funktionäre in Regierungsverantwortung „Chaos für Deutschland“ zur Folge hätten.

Ein zweiter Brief, unterzeichnet von langjährigen Mitgliedern zweier Kreisverbände, kritisiert die Machtkonzentration, mangelnde finanzielle Transparenz und fragwürdige Personalentscheidungen. Die Gruppe fordert eine unabhängige Prüfung der Landespartei-Finanzen, einschließlich des umstrittenen Ludwigsburger Erbes.

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Trotz der Vorwürfe deutet Frohnmaiers deutliche Wiederwahl auf dem Landesparteitag auf eine starke Unterstützung in der Basis hin. Doch die Briefe und das Konferenzergebnis offenbaren tiefe Gräben innerhalb des baden-württembergischen AfD-Verbands. Der Konflikt hat eine Spaltung zwischen Loyalisten und Kritikern in der regionalen Parteiführung aufgezeigt. Forderungen nach Finanzprüfungen und Vorwürfe autoritärer Methoden überschatten nun Frohnmaiers rekordverdächtige Wiederwahl. Die Entwicklung könnte die innerparteilichen Dynamiken in den kommenden Monaten prägen.

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