10 April 2026, 20:29

AfD startet umstrittene "Messer-App" – wie Berlin mit steigender Gewalt kämpft

Polizei Berlin Abzeichen mit einem blauen Schild, weißer Stern und schwarzem Text auf einem weißen Rand, auf einer Oberfläche platziert.

AfD startet umstrittene "Messer-App" – wie Berlin mit steigender Gewalt kämpft

Die Berliner Landesverbands der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat eine Kampagne gestartet, die die steigende Messergewalt in der Hauptstadt thematisiert. Eine neue "Messer-App" auf ihrer Website zeigt nun polizeilich erfasste Vorfälle, Verletzungen sowie eine interaktive Karte der Tatorte an. Die Initiative erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Partei das Thema im Vorfeld der anstehenden Wahlen gezielt vorantreibt.

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Laut Polizeistatistiken gab es 2024 in Berlin 3.412 Messerangriffe – ein Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die AfD behauptet, ihre neu veröffentlichte Übersicht zu diesen Vorfällen erhöhe die Transparenz und verweist darauf, dass es zwischen polizeilichen Einsatzmeldungen und den offiziellen Kriminalstatistiken erhebliche Diskrepanzen gebe.

Die Fraktionsvorsitzende der AfD, Kristin Brinker, wirft der regierenden Koalition vor, gewalttätige Straftaten nicht offen anzugehen. Die Partei fordert eine bessere Offenlegung von Daten, insbesondere da Berlin zu den wenigen Bundesländern gehört, die die Nationalitäten von Tatverdächtigen bei Messerangriffen nicht veröffentlichen.

Gleichzeitig hat auch die Schusswaffenkriminalität stark zugenommen: 2025 wurde ein Anstieg der Waffenstraftaten um 68 Prozent registriert. Als Reaktion darauf haben die Berliner Behörden drei Waffen- und Messerbeschränkungszonen eingerichtet, in denen erste Erfolge bei der Reduzierung von Messergewalt verzeichnet wurden.

Die Linksfraktion kritisiert die AfD-Initiative scharf und wirft der Partei vor, Ängste zu schüren und Hass gegen Migrantinnen und Migranten zu schüren. Die Kampagne riskiere, gesellschaftliche Spaltungen zu vertiefen, statt die Ursachen von Gewalt zu bekämpfen.

Die Fokussierung der AfD auf Messergewalt hat die politische Debatte über die öffentliche Sicherheit in Berlin weiter angeheizt. Da die Partei das Thema als zentrales Wahlkampfthema nutzt, wächst der Druck auf die Regierung, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Wirksamkeit der neu eingerichteten Beschränkungszonen wird voraussichtlich weiter kritisch beobachtet werden, während die Kriminalitätsraten weiterhin steigen.

Quelle