Angela Merkel warnt vor KI-Risiken und fordert klare Regulierung
Die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach ihrem Rückzug aus der Politik wieder in die Öffentlichkeit getreten und erhielt von Ursula von der Leyen den Europäischen Verdienstorden. Bei einer prominent besetzten Veranstaltung warnte sie, die Demokratie sehe sich heute ernsthaften Bedrohungen durch soziale Medien und künstliche Intelligenz ausgesetzt. Ihre Äußerungen fielen in Zusammenhang mit ihrer Unterstützung für ihren politischen Ziehsohn Friedrich Merz und deuten auf eine vorsichtige Rückkehr zu politischen Debatten hin.
In ihrer Dankesrede betonte Merkel die Notwendigkeit einer Regulierung von KI und sozialen Medien – selbst wenn erste Versuche fehlerhaft sein könnten. Untätigkeit zu bleiben, sei riskanter als unterwegs Fehler zu machen, argumentierte sie. Ihre Haltung steht im Einklang mit dem kürzlich von der EU eingeführten KI-Gesetz, dem ersten umfassenden globalen Regelwerk zur Steuerung künstlicher Intelligenz.
Das KI-Gesetz steht jedoch in der Kritik, zu bürokratisch zu sein. Gegner werfen ihm vor, es könnte Innovation ersticken und kleinere Unternehmen übermäßig belasten. Manche Beobachter sehen darin Teil eines größeren Trends: eines übervorsichtigen Ansatzes, der Europas technologische Ambitionen bremsen könnte. Auch Merkels eigene Führung wurde einst ähnlicher Zurückhaltung beschuldigt – Kritiker warfen ihr vor, ihre Politik habe die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit Deutschlands geschwächt.
Trotz regulatorischer Hürden hat Deutschland zwischen 2013 und 2024 rund 13 Milliarden Euro in KI investiert. Der Sektor birgt großes Potenzial, etwa für die Gründung milliardenschwerer Unternehmen oder die Belebung der industriellen Basis des Landes. Doch hohe Steuern und selbst auferlegte Hindernisse bremsen weiterhin das Wachstum in diesem Bereich.
Merkels Wiederauftritt lenkt die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Debatten über die Rolle von KI in der Gesellschaft und die regulatorische Ausrichtung Europas. Das KI-Gesetz der EU ist nun in Kraft und setzt strenge Regeln für Entwickler und Unternehmen fest. Gleichzeitig muss Deutschlands Technologiebranche sowohl die hohen Investitionen als auch die Einschränkungen einer vorsichtigen Politiklandschaft meistern.






