07 May 2026, 08:25

Berlin bewirbt sich für Olympische Spiele 2036 – doch die Kosten bleiben umstritten

Ein Buchumschlag mit dem Titel "Sport in Europa", der lebendige Olympia-Bilder und Text in Europa zeigt.

Berlin bewirbt sich für Olympische Spiele 2036 – doch die Kosten bleiben umstritten

Der Berliner Senat hat seine Bewerbung um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 vorgestellt. Der Plan umfasst Kosten, Finanzierungsquellen sowie geplante Infrastrukturmaßnahmen. Kritiker hingegen zweifeln an, dass die finanziellen Prognosen zu optimistisch ausfallen könnten.

Laut dem Senatsvorschlag belaufen sich die direkten Betriebskosten für die Spiele auf geschätzte 4,82 Milliarden Euro. Diese sollen durch Ticketverkäufe, Sponsorenverträge und Marketingeinnahmen gedeckt werden. Zusätzlich sind 1,59 Milliarden Euro für Infrastrukturprojekte vorgesehen, darunter 500 Millionen Euro für den Verkehr und 227 Millionen Euro für Wettkampfstätten. Zu den geplanten Aufwertungen gehört unter anderem die Erweiterung und Überdachung des Sommerbads im Olympischen Park.

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Das Bewerbungskonzept unterteilt die Kosten in drei Kategorien: Betrieb, Investitionen und öffentliche Dienstleistungen. Allerdings werden keine konkreten Zahlen für Sicherheits- oder Verwaltungskosten genannt – diese sollen erst in späteren Planungsphasen festgelegt werden. Zum Vergleich: Allein die Sicherheitskosten für die Olympischen Spiele 2024 in Paris beliefen sich laut französischem Rechnungshof auf 1,4 Milliarden Euro.

Markus Schütte, Professor an der Universität Mainz, hat die finanziellen Annahmen der Bewerbung infrage gestellt. Er wirft den Organisatoren vor, sie stützten sich auf übertrieben optimistische Prognosen statt auf vorsichtige Schätzungen, um die Spiele als finanziell tragfähig darzustellen.

Der Senatsplan skizziert zwar eine Finanzierungsstrategie, lässt einige Kosten jedoch vorerst offen. Bei einer erfolgreichen Bewerbung würden die Spiele erhebliche Modernisierungen der Berliner Sportinfrastruktur mit sich bringen. Die endgültige Belastung für die öffentlichen Haushalte hängt jedoch von künftigen Entscheidungen und Planungsphasen ab.

Quelle