15 April 2026, 20:30

Berlin erzwingt Ausbildungsplätze – oder Firmen zahlen Strafabgabe ab 2028

Logo der Berliner Finanzinitiative mit einem blauen Kreis mit weißer Umrandung und einem weißen "B" in der Mitte, umgeben von einem weißen Ring mit einem blau-weißen Karomuster, alles auf einem weißen Hintergrund mit der schwarzen Schrift "Berliner Finanzinitiative".

Berlin erzwingt Ausbildungsplätze – oder Firmen zahlen Strafabgabe ab 2028

Berlin führt neue Regel ein: Unternehmen müssen ausbilden – oder zahlen

Berlin hat eine neue Vorschrift verabschiedet, die Unternehmen verpflichtet, Auszubildende einzustellen – oder eine Abgabe zu entrichten. Die sogenannte Ausbildungsabgabe richtet sich an Betriebe mit mindestens zehn Beschäftigten. Ab 2028 drohen Firmen, die eine Ausbildungsquote von 4,6 Prozent nicht erreichen, finanzielle Strafen.

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Das Berliner Abgeordnetenhaus billigte die Maßnahme, die die Zahl der Ausbildungsplätze erhöhen soll. Unternehmen, die die geforderte Ausbildungsleistung nicht erfüllen, müssen in einen zentralen Fonds einzahlen. Dieser soll jährlich rund 75 Millionen Euro einbringen.

Kritik kommt von mehreren Wirtschaftsvertretern. Marius Meiners von Peec AI bezeichnete das Modell für sein Team als undurchführbar und verwies auf hohe Arbeitsbelastung. Sein Unternehmen werde lieber die Strafe zahlen, als Auszubildende einzustellen. Ralph Hage von Lap Coffee argumentierte, die Abgabe treffe vor allem Betriebe, die moderne Fähigkeiten höher bewerten als traditionelle Abschlüsse.

Andere sehen die Problematik anders. Agnieszka Walorska von Mika ist überzeugt, dass das eigentliche Problem im sinkenden Interesse junger Menschen an Ausbildungsberufen liege – nicht in der mangelnden Bereitschaft der Unternehmen. Moritz Kreppel von Urban Sports Club ergänzte, die Abgabe bestrafe vor allem Start-ups, in deren Geschäftsmodellen Ausbildungsplätze schlicht keinen Platz hätten.

Die Ausbildungsabgabe tritt 2028 in Kraft und verpflichtet betroffene Unternehmen, entweder selbst auszubilden oder finanziell beizutragen. Ziel der Regelung ist es, Fachkräftemangel durch die Förderung beruflicher Bildung zu begegnen. Doch einige Betriebe werfen der Politik vor, sie berücksichtige weder moderne Arbeitswelten noch sich wandelnde Qualifikationsanforderungen.

Quelle