Bundesrechnungshof kritisiert Kürzungen bei Krankenkassenzuschüssen scharf
Paulina JüttnerBundesrechnungshof kritisiert Kürzungen bei Krankenkassenzuschüssen scharf
Ein neuer Bericht übt scharfe Kritik an den Plänen der Bundesregierung, die Bundeszuschüsse für die gesetzlichen Krankenkassen zu kürzen. Der Bundesrechnungshof warnt, dass die Einschnitte die Versicherten belasten und den Bemühungen zur Stabilisierung der Beitragssätze zuwiderlaufen würden. Zudem wird in dem Bericht die Behauptung zurückgewiesen, dass zusätzliche Mittel die Verluste vollständig ausgleichen könnten.
Im Mittelpunkt der Debatte steht ein Vorhaben, die jährlichen Bundeszuschüsse von 14,5 Milliarden Euro auf 12,5 Milliarden Euro ab 2027 zu senken. Bis 2031 würde sich die Kürzung auf insgesamt 4,75 Milliarden Euro summieren. Diese Gelder fließen derzeit in nicht versicherungspflichtige Leistungen, darunter die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern.
Der Bundesrechnungshof unter der Leitung von Präsident Ansgar Heveling (CDU) bezeichnet die Kürzungen als „willkürlich“ und ohne Bezug zu den tatsächlichen Kostenentwicklungen. In einem Bericht des Mitglieds Oliver Sievers heißt es zudem, die Reduzierung stehe im Widerspruch zum Regierungsziel, die Krankenkassenbeiträge stabil zu halten.
Gesundheitsministerin Warken hatte die Subventionskürzung erst nach Druck von Finanzminister Lars Klingbeil in ihr Sparpaket aufgenommen. Zwar erhalten die Kassen zusätzliche Mittel für die Versorgung von Grundsicherungsempfängern – diese steigen bis 2031 schrittweise auf jährlich 2 Milliarden Euro an –, doch der Rechnungshof betont, dass dies die Verluste nicht vollständig ausgleiche.
Der Bericht unterstreicht die wachsenden Spannungen in der Gesundheitsfinanzierung. Während die Versicherten durch sinkende Zuschüsse höhere Belastungen befürchten müssen, gerät das Regierungsversprechen stabiler Beiträge zunehmend unter Druck. Die Erkenntnisse des Rechnungshofs erhöhen nun den Handlungsdruck auf die Minister, die Pläne zu überdenken.






