Bundestag debattiert neue Bauordnung: Schneller bauen, härter gegen Slums
Franziska MentzelBundestag debattiert neue Bauordnung: Schneller bauen, härter gegen Slums
Der Bundestag hat die erste Debatte über eine überarbeitete Bauordnung eröffnet. Der Entwurf zielt darauf ab, den Wohnungsbau durch vereinfachte Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Gleichzeitig führt er neue Maßnahmen ein, um marode Immobilien zu bekämpfen.
Die vorgeschlagenen Änderungen konzentrieren sich auf die Straffung, Digitalisierung und Beschleunigung von Planungs- und Bauprozessen. Umweltprüfungen und Bürgerbeteiligung sollen vereinfacht werden, um Genehmigungen schneller zu erteilen. Kommunen erhalten zudem erweiterte Befugnisse, um sogenannte Slum-Immobilien zu bekämpfen – inklusive Enteignung bei schwerwiegendem Missbrauch.
Kritik am Entwurf kommt aus verschiedenen Lagern. Kassem Taher Saleh von den Grünen warf dem Vorhaben vor, den Umweltschutz und Nachhaltigkeitsstandards zu schwächen. Marc Bernhard von der AfD behauptete, die Reform werde die Baukosten nicht senken. Katalin Gennburg von der Linken lehnte den „Bauen, bauen, bauen“-Ansatz mit Verweis auf die Klimakrise ab und forderte stattdessen Mietpreisbremse und die Umnutzung leerstehender Gebäude, um den Wohnraummangel zu lindern.
Die überarbeitete Bauordnung soll den Wohnungsbau vorantreiben und den Kommunen mehr Handhabe gegen vernachlässigte Immobilien geben. Gegner äußern jedoch Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf Kosten, Umwelt und langfristige Nachhaltigkeit. Die parlamentarische Debatte markiert den ersten Schritt im Prüfverfahren.
