Deutschlands Sicherheitslücke: USA stoppen Tomahawk-Stationierung – was jetzt?
Paulina JüttnerDeutschlands Sicherheitslücke: USA stoppen Tomahawk-Stationierung – was jetzt?
Deutschland steht vor einer wachsenden „Abschreckungslücke“ nach US-Rückzug von Tomahawk-Plänen
Die USA haben ihre Pläne zur Stationierung von Marslenkwaffen des Typs Tomahawk in Deutschland überraschend zurückgezogen – und hinterlassen damit eine gefährliche Lücke in der Verteidigung. Nun suchen Sicherheitsbeamte fieberhaft nach Alternativen. Politiker aus Union und SPD fordern von Verteidigungsminister Boris Pistorius schnelle Lösungen.
Die Tomahawk-Raketen sollten eigentlich nur eine Übergangslösung sein, bis Europa eigene präzisionsgelenkte Langstreckenwaffen entwickelt. Doch US-Präsident Donald Trump kippte die unter der Biden-Regierung beschlossenen Stationierungspläne – und entzog Deutschland damit eine zentrale Verteidigungsfähigkeit.
Kritik an zögerlicher Modernisierung der Bundeswehr
Thomas Erndl, verteidigungspolitischer Sprecher der CSU, übt scharfe Kritik am Tempo der Bundeswehr-Reformen. Er fordert einen „Aktionsplan 2029“, um die Glaubwürdigkeit der Abschreckung zu sichern. Gleichzeitig regt Erndl an, innovative Lösungen junger deutscher Unternehmen zu prüfen, die sich auf die Entwicklung von Marschflugkörpern spezialisiert haben.
Auch Siemtje Möller, stellvertretende SPD-Vorsitzende, zeigt sich besorgt über die Verzögerungen. Sie drängt auf eine beschleunigte europäische Raketenproduktion und schlägt eine Zusammenarbeit mit der Ukraine vor, die im Krieg wertvolle Erfahrungen in der Raketentechnologie gesammelt hat. Möller betont, dass Europa bereits über das nötige industrielle und technologische Know-how verfüge, um solche Systeme zu bauen.
Warnung vor Schwächung der Sicherheit
Verteidigungsexperten warnen: Ohne Ersatz könnte der Ausfall der Tomahawk-Stationierung die Sicherheitslage Deutschlands in den kommenden Jahren deutlich verschlechtern. Der Stopp der Pläne zwingt die Bundesregierung nun zum Umdenken in der Verteidigungspolitik. Abgeordnete verlangen konkrete Schritte, um die Lücke zu schließen – sei es durch eigene Produktion oder Kooperationen. Der Druck auf Minister Pistorius wächst, noch vor einer weiteren Zuspitzung der Lage eine Lösung vorzulegen.






