18 June 2026, 22:22

Ein CDU-AfD-Foto erschüttert Berlins politischen Abgrenzungskonsens

Eins ist sicher: Die Firewall wird fallen!

Ein CDU-AfD-Foto erschüttert Berlins politischen Abgrenzungskonsens

Ein Foto des CDU-Politikers Guido Heuer mit dem AfD-Mitglied Ulrich Siegmund sorgt in Berlin für Aufsehen. Die Aufnahme zeigt Heuer, wie er Siegmund die Hand auf die Schulter legt, während er in ein Mikrofon spricht. Sie hat eine Debatte über den bröckelnden politischen Abgrenzungskonsens gegenüber der AfD ausgelöst.

Das Bild entstand während einer Podiumsdiskussion, bei der sich beide Männer wegen technischer Probleme mit dem Mikrofon näherkommen mussten. Ihre kurze, natürliche Interaktion wurde als symbolischer Bruch des langjährigen „demokratischen Schutzwalls“ gegen die AfD gewertet. Eva von Angern, Fraktionschefin der Linken im Landtag, hatte zuvor vor jedem körperlichen Kontakt mit AfD-Vertretern gewarnt.

Die CDU verteidigte das Foto zunächst und entschuldigte sich dafür, doch solche Gesten könnten bald zur Normalität werden. Die AfD liegt aktuell in bundesweiten Umfragen mit 29 Prozent vorn – neun Punkte vor der CDU. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September zeichnet sich sogar eine absolute Mehrheit für die AfD ab.

Markus Lanz, Moderator des ZDF-Podcasts Markus Lanz, kritisierte die offene Ächtung von AfD-Politikern. Er argumentierte, die Praxis, sie wie Unberührbare zu behandeln, sei auf Dauer nicht haltbar. Beobachter beschreiben die politische Quarantäne mittlerweile als brüchig – ihr Zusammenbruch gilt vielen als unvermeidlich.

Das Foto steht symbolisch für den Wandel der politischen Landschaft in Deutschland. Der wachsende Einfluss der AfD zwingt zu einer Neubewertung alter Konventionen. Die einst klare Abgrenzung gegenüber der Partei bröckelt, während ihre Wahlerfolge zunehmen.

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