EnBW plant riesigen Batteriespeicher am Standort des AKW Philippsburg
Franziska MentzelEnBW plant riesigen Batteriespeicher am Standort des AKW Philippsburg
Der Energieversorger EnBW hat Pläne bekannt gegeben, am Standort des ehemaligen Kernkraftwerks Philippsburg eine große Batteriespeicheranlage zu errichten. Das Vorhaben soll einen zentralen Knotenpunkt für erneuerbare Energien in Baden-Württemberg schaffen, wobei der Baubeginn voraussichtlich gegen Ende 2027 erfolgen könnte. Bei Fertigstellung wäre dies ein weiterer Schritt in der Region hin zur Abkehr von der Kernenergie zugunsten nachhaltiger Alternativen.
Die geplante Anlage soll eine Leistung von 400 Megawatt und eine Kapazität von 800 Megawattstunden aufweisen. EnBW bezeichnet sie als zentralen Speicher für erneuerbare Energien, der dazu beitragen soll, Angebot und Nachfrage im Stromnetz auszugleichen. Das Unternehmen plant, das Projekt ohne staatliche Subventionen zu finanzieren und stattdessen auf Erlöse aus dem Stromverkauf und Netzdienstleistungen zu setzen.
Der Standort Philippsburg wurde aufgrund der bestehenden Energieinfrastruktur und Netzanschlüsse ausgewählt. Der regionale Netzbetreiber TransnetBW soll bis Mitte 2027 die notwendige Anbindung bereitstellen. Das Gelände für das Projekt steht bereits im Energiepark zur Verfügung und ist räumlich getrennt von den laufenden Stilllegungsarbeiten der beiden Reaktorblöcke, die 2019 und 2020 abgeschaltet wurden.
Seit der Abschaltung von Philippsburg 1 und 2 hat die Region einen raschen Ausbau der erneuerbaren Energien erlebt. Bis 2025 wird der Landkreis Karlsruhe über 500 Megawatt Solarstromleistung verfügen, ergänzt durch neue Onshore-Windprojekte mit rund 200 Megawatt. Die 2024 in Betrieb genommene, erweiterte HGÜ-Leitung SuedLink unterstützt diesen Wandel zusätzlich. Allerdings hat EnBW für das Batteriespeicherprojekt noch keine Baugenehmigung erhalten und keine finale Investitionsentscheidung getroffen.
Die Batteriespeicheranlage könnte bis Ende 2027 in Betrieb gehen, sofern alle Genehmigungen und Bauzeitpläne eingehalten werden. Ihre Fertigstellung würde das regionale Netz für erneuerbare Energien stärken und einen Teil der Kapazitäten ersetzen, die nach der Abschaltung des Kernkraftwerks verloren gingen. Das Projekt von EnBW unterstreicht zudem die Umnutzung ehemaliger Atomstandorte für moderne Energielösungen.






