07 May 2026, 10:29

EU-Pläne für Fahrzeugkennzeichnung sorgen für Aufruhr im Gebrauchtwagenhandel

Etikett mit dem Namen eines Autos

EU-Pläne für Fahrzeugkennzeichnung sorgen für Aufruhr im Gebrauchtwagenhandel

Der Plan der Europäischen Kommission, eine standardisierte Fahrzeugkennzeichnung für Neu- und Gebrauchtwagen einzuführen, stößt auf massive Kritik. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) bezeichnet den Vorschlag als undurchführbar und warnt vor schweren Folgen für Händler und Käufer. Nach Angaben des Verbands könnten die neuen Regeln den Gebrauchtwagenmarkt vollständig destabilisieren.

Die Entwurfsverordnung der Kommission soll die EU-Richtlinie von 1999 zur Kennzeichnung von Kraftstoffverbrauch und Emissionen ersetzen. Künftig wären auch Gebrauchtwagen von der Kennzeichnungspflicht betroffen – mit präzisen Angaben zu Effizienz und CO₂-Ausstoß. Doch der ZDK sieht darin gravierende praktische Probleme.

Viele ältere Gebrauchtfahrzeuge wurden ursprünglich nach dem veralteten NEFZ-Prüfverfahren (Neuer Europäischer Fahrzyklus) zertifiziert, während neuere Modelle dem strengeren WLTP-Standard (Worldwide Harmonised Light Vehicles Test Procedure) unterliegen. Diese Uneinheitlichkeit macht direkte Vergleiche unzuverlässig. Noch schwieriger wird es bei umgerüsteten Fahrzeugen, bei denen die Originaldaten – und damit die Verbrauchsangaben – oft unbekannt sind.

ZDK-Präsident Thomas Peckruhn wies auf rechtliche und logistische Risiken hin und warnte, Händler könnten sich aus dem Handel mit älteren Fahrzeugen zurückziehen, um den bürokratischen Aufwand zu vermeiden. Er forderte das Bundeswirtschaftsministerium auf, in Brüssel auf eine rechtssichere und praxistaugliche Regelung hinzuwirken.

In einem Acht-Punkte-Positionspapier verlangt der ZDK, die Kennzeichnungspflicht auf Neufahrzeuge zu beschränken. Zudem lehnt der Verband verpflichtende Angaben zum Batteriezustand bei gebrauchten Elektroautos ab. Gefordert werden außerdem klarere Verantwortlichkeiten zwischen Herstellern, Online-Plattformen und Händlern sowie eine einheitliche EU-weite Marktaufsicht.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Kern der Kritik des ZDK sind die Schwierigkeiten, neue Standards auf ältere Fahrzeuge anzuwenden, und die Gefahr von Marktverwerfungen. Ohne Nachbesserungen könnten die Regeln das Angebot an Gebrauchtwagen verknappen und für Verwirrung bei Verbrauchs- und Emissionsdaten sorgen. Der Verband pocht darauf, dass eine endgültige Verordnung Verbrauchertransparenz mit den praktischen Erfordernissen der Händler in Einklang bringt.

Quelle