EU-Streit um Methanregeln: Deutschland bremst Klimavorgaben für Öl- und Gasimporte
Franziska MentzelEU-Streit um Methanregeln: Deutschland bremst Klimavorgaben für Öl- und Gasimporte
Deutschland hat sich einer Gruppe von EU-Regierungen angeschlossen, die sich gegen die geplanten Methan-Emissionsvorschriften der Union für importiertes Öl und Gas aussprechen. Die ab 2027 gültige Verordnung könnte Einfuhren von Erdölprodukten einschränken, darunter auch Kerosin für die Luftfahrt. Berlin argumentiert, es benötige mehr Zeit, um die Energieversorgung zu sichern, bevor die Regeln in Kraft treten.
Die vorgeschlagene EU-Regelung stößt auch bei Brennstofflieferanten außerhalb Europas auf Widerstand, darunter in den USA. Washington warnte, die Maßnahmen könnten die Gaslieferungen in die EU beeinträchtigen. Die Debatte entzündet sich vor dem Hintergrund anhaltender Störungen in den globalen Ölströmen, knapper Raffineriemargen und fortbestehender Herausforderungen im Schiffsverkehr.
Der Streit verdeutlicht die Spannung zwischen Klimazielen und Energiesicherheit. Während Branchenverbände und einige Regierungen behaupten, die Kontrollsysteme seien noch nicht einsatzbereit, widersprechen Umweltschützer und Analysten dieser Einschätzung. EU-Minister werden in Kürze über einen Antrag von zwölf Mitgliedstaaten beraten, die Methanregeln um drei Jahre zu verschieben.
Die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche betonte, es brauche zusätzliche Zeit, um stabile Gas- und Mineralölimporte zu gewährleisten. Das Ergebnis der Verhandlungen wird zeigen, wie die EU ihre Klimaverpflichtungen mit den Versorgungsrisiken in einem instabilen Markt in Einklang bringt.
Die Entscheidung über die Methanvorschriften wird nicht nur die EU-Klimapolitik und Energiesicherheit prägen, sondern könnte auch globale Auswirkungen auf den Öl- und Gashandel haben. Die endgültige Fassung der Verordnung hängt von den anstehenden Gesprächen zwischen den Mitgliedstaaten ab.
