10 April 2026, 12:33

Europa startet ehrgeiziges Projekt zur größten Genomdatenbank des Kontinents

Schwarzes und weißes Diagramm, das eine symmetrische Linie von Kreisen auf einem weißen Hintergrund zeigt, die die Entwicklungsstadien des menschlichen Genoms darstellen.

Europa startet ehrgeiziges Projekt zur größten Genomdatenbank des Kontinents

Europäisches Großprojekt plant Aufbau der größten Genomdatenbank des Kontinents

Mit der Initiative "Genome of Europe" soll eine der ehrgeizigsten genetischen Forschungsplattformen Europas entstehen. An dem Vorhaben beteiligen sich 49 Partner aus 27 Ländern mit dem Ziel, in den kommenden Jahren mindestens eine Million Genome zu erfassen und auszuwerten.

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Die Koordination übernimmt das Erasmus Universitair Medisch Centrum in den Niederlanden. Innerhalb der nächsten 42 Monate soll eine europaweite Referenzdatenbank aufgebaut werden. In der ersten Phase liegt der Fokus auf der Sequenzierung von über 100.000 Genomen – darunter Menschen unterschiedlicher Herkunft, Krebspatienten und Betroffene seltener Erkrankungen.

Jedes Genom wird mittels Ganzgenomsequenzierung entschlüsselt, einer Methode, die das vollständige Erbgut eines Menschen abbildet. Das Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik in Tübingen – als einziges deutsches Sequenzierzentrum beteiligt – steuert knapp sechs Millionen Euro bei. Die Hälfte der Mittel stammt aus der Europäischen Union, die andere Hälfte wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bereitgestellt.

Insgesamt steht dem Projekt ein Budget von rund 45 Millionen Euro zur Verfügung, das je zur Hälfte von der EU und den teilnehmenden Mitgliedstaaten getragen wird. Professor Olaf Rieß, Direktor des Tübinger Instituts, betont, dass die Datenbank die Entwicklung personalisierter, genombasierter Medizin vorantreiben werde.

"Genome of Europe" schafft damit eine umfangreiche genetische Ressource für Forschung und Medizin. Durch die Einbeziehung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen soll das Verständnis von Krankheiten und Therapien verbessert werden. Langfristig könnte die Datenbank eine Schlüsselrolle für den medizinischen Fortschritt in ganz Europa spielen.

Quelle