17 June 2026, 19:40

Europas Industrie warnt vor Kostenexplosion durch EU-Emissionshandel und fordert Reformen

Energieintensive Unternehmen fordern Reduzierung des EU-Emissionshandels mit CO2

Europas Industrie warnt vor Kostenexplosion durch EU-Emissionshandel und fordert Reformen

Mehr als drei Dutzend große europäische Industrieunternehmen haben in einem Brief an die EU-Spitze vor steigenden Kosten durch das bestehende Emissionshandelssystem (EU-ETS) gewarnt. Das Schreiben, unterzeichnet von Konzernen wie ArcelorMittal, BP und BASF, fordert dringende Reformen, um die industrielle Basis Europas zu schützen. Darin wird besonders die unzureichende Infrastruktur für grüne Transformationstechnologien kritisiert.

Das EU-Emissionshandelssystem verpflichtet Industrieanlagen, Zertifikate für den Ausstoß von Treibhausgasen zu erwerben. Zwar wurden früher teilweise kostenlose Zuteilungen gewährt, doch das Klimapaket „Fit for 55“ hat diese weitgehend abgeschafft. In der Folge sehen sich Unternehmen höheren Kosten ausgesetzt, wenn sie ihre Emissionen nicht schnell genug reduzieren – schneller als die verfügbaren Zertifikate zurückgehen.

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In dem Brief heißt es, Europa handle mit den rasant steigenden CO₂-Kosten für seine Industrie allein und das System spiegle die globale Realität nicht mehr wider. Um Wettbewerbsnachteile auszugleichen, führte die EU den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ein – eine Abgabe auf kohlenstoffintensive Importe. Ausgenommen sind jedoch Länder mit eigenem Emissionshandelssystem.

Die Unterzeichner bemängeln, dass die Voraussetzungen für die industrielle Transformation fehlen, etwa bei Strom, Wasserstoff sowie CO₂-Transport und -Speicherung. Sie drängen auf schnelles Handeln bei der anstehenden Reform des Emissionshandels, um weitere Schäden für den europäischen Industriestandort zu verhindern.

Die Einnahmen aus dem Emissionshandel fließen größtenteils in Klimaschutzmaßnahmen, darunter den Ausbau von Wasserstoffnetzen für die Industrie. Die Unternehmen fordern zügige Änderungen, um weitere Kostensteigerungen und den industriellen Niedergang zu vermeiden. Ohne bessere Infrastruktur und fairere Regeln werde es für Europas Industrie schwer, im globalen Wettbewerb zu bestehen, warnen sie. Der Brief unterstreicht die Notwendigkeit eines ausgewogenen Ansatzes zwischen Klimapolitik und industrieller Wettbewerbsfähigkeit.

Quelle