25 June 2026, 02:24

FDP-Streit eskaliert: Ex-Ministerin verlässt Veranstaltung nach Junge-Freiheit-Interview

Ex-FDP-Justizminister nennt JF 'No-go-Zone'

FDP-Streit eskaliert: Ex-Ministerin verlässt Veranstaltung nach Junge-Freiheit-Interview

Ein kürzlich erschienenes Interview des FDP-Generalsekretärs Martin Hagen mit dem rechtsextremen Medium Junge Freiheit hat innerhalb der Partei eine Debatte ausgelöst. Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger übt öffentliche Kritik an diesem Schritt und warnt vor den möglichen Folgen.

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Leutheusser-Schnarrenberger, die von 2009 bis 2013 unter Bundeskanzlerin Angela Merkel amtierte, argumentiert, dass der Dialog mit der Jungen Freiheit die rechtspopulistische AfD salonfähig machen könnte. Aus Protest zog sie sich zudem von einer Podiumsdiskussion zurück, die von der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung organisiert worden war.

Martin Hagen verteidigte seine Entscheidung, das Interview zu geben. Er betonte, die Junge Freiheit sei weder unseriös noch verfassungsfeindlich. Zudem beklagte er, dass die Gesellschaft – insbesondere während Merkels Amtszeit – die Fähigkeit zu einer konstruktiven Debattenkultur verloren habe.

Susanne Seehofer, Mitglied im FDP-Bundesvorstand, lobte das Interview. Sie unterstrich die Bedeutung, sich auch außerhalb politischer Echokammern auszutauschen. Hagen bekräftigte zudem die Haltung der FDP und schloss jede Zusammenarbeit mit der AfD aus; die Partei komme als möglicher Partner nicht infrage.

Das Interview spaltet die FDP: Während einige Mitglieder den Schritt als Beitrag zur Förderung des Dialogs begrüßen, sehen andere darin eine Gefahr für die Grundwerte der Partei. Die Diskussion zeigt die anhaltenden Spannungen auf, wie mit rechtsextremen Medien und politischen Gruppen umgegangen werden soll.

Quelle