Frauenbündnis fordert Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und Femizide in Deutschland
Käte KitzmannFrauenbündnis fordert Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und Femizide in Deutschland
Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen in Deutschland hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt vorgestellt. Die Vorschläge umfassen strengere Gesetze zur sexuellen Einwilligung, die Einführung eines eigenen Straftatbestands für Femizide sowie härtere Strafen für Missbrauch durch KI-generierte Deepfake-Inhalte. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund wachsender öffentlicher Empörung nach hochkarätigen Fällen wie dem von Collien Fernandes im März 2026.
Die Initiative fordert eine rechtliche Umstellung auf ein Modell der ausdrücklichen Zustimmung – nur ein klares "Ja" soll dann als Einwilligung gelten. Bisher fehlt ein solcher Standard im deutschen Recht, was Lücken in der Verfolgung sexueller Straftaten hinterlässt.
Zudem verlangen die Frauen die Strafbarkeit nicht einvernehmlicher, sexualisierter Deepfake-Inhalte. Apps, die mithilfe von KI Personen auf Fotos digital "entkleiden" – oft als "Nudify"-Tools bezeichnet –, sollen komplett verboten werden. Das Bündnis pocht auf ein Digital-Schutzgesetz, das Plattformen zwingt, schädliches Material schneller zu löschen und bei der Identifizierung der Verantwortlichen zu helfen.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Aufnahme von Femizid als eigenständigen Straftatbestand ins deutsche Strafgesetzbuch. Trotz wachsender Reformforderungen hat Deutschland EU-Richtlinien zu einheitlichen Vergewaltigungsdefinitionen bisher ignoriert. Justizminister Marco Buschmann (FDP) soll sogar verschärfte Deepfake-Regelungen blockiert haben – während die Kampagnen für Veränderung an Fahrt aufnehmen.
Würde der Plan umgesetzt, wäre das ein historischer Wandel im Umgang mit Gewalt gegen Frauen in Deutschland. Die Maßnahmen zielen darauf ab, rechtliche Schlupflöcher zu schließen, die Löschung missbräuchlicher Inhalte zu beschleunigen und Täter konsequenter zur Verantwortung zu ziehen. Ob es dazu kommt, hängt nun von der politischen Unterstützung und der Bereitschaft der Regierung ab, den Forderungen des Bündnisses nachzukommen.






