24 June 2026, 00:24

Gericht stoppt Spiegel-Berichte zu Christian Ulmens Deepfake-Skandal

Ulmen triumphiert über 'Der Spiegel' vor Gericht

Gericht stoppt Spiegel-Berichte zu Christian Ulmens Deepfake-Skandal

Das Hanseatische Oberlandesgericht hat eine einstweilige Verfügung gegen Der Spiegel im Zusammenhang mit dem Deepfake-Skandal um den Schauspieler Christian Ulmen erlassen. Das Urteil untersagt dem Magazin, bestimmte Vorwürfe zu veröffentlichen, darunter die Behauptung, Ulmen habe mit KI erzeugte gefälschte Pornografie mit seiner Ex-Frau, der Schauspielerin Collien Fernandes, erstellt und verbreitet. Das Gericht sah keine ausreichenden Beweise für diese konkreten Anschuldigungen.

Ulmen hatte bereits im April vor dem Landgericht Hamburg Klage gegen Der Spiegel eingereicht. Im Mai entschied das Gericht erster Instanz zunächst, dass die Berichterstattung des Magazins über die Deepfake-Vorwürfe rechtlich zulässig sei. Nun hat das Oberlandesgericht Teile dieses Urteils aufgehoben: Es verbietet die Veröffentlichung von Zitaten aus einer 50 Jahre alten E-Mail, die Ulmen an seinen Verteidiger geschickt hatte, da diese in den „höchstpersönlichen Lebensbereich“ falle. Zudem darf das Magazin nicht länger behaupten, Ulmen habe das Deepfake-Material produziert oder weitergegeben.

Die Entscheidung ist besonders bedeutsam für Ulmens Kanzlei Schertz-Bergmann, die argumentierte, die ursprüngliche Berichterstattung von Der Spiegel habe eine übermäßige Folgeberichterstattung und eine undifferenzierte öffentliche Debatte ausgelöst. Trotz der Einschränkungen bleibt es dem Magazin jedoch erlaubt, über Fernandes’ Vorwürfe wegen körperlicher Gewalt zu berichten. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt derzeit wegen dieser Vorwürfe zu häuslicher Gewalt.

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Der Fall hat auch politische Reaktionen ausgelöst. SPD-Chefin Bärbel Bas und die ehemalige Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang fordern schärfere Regulierungen gegen den Missbrauch von KI. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte an, das Strafrecht im Hinblick auf nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes und „digitale sexualisierte Gewalt“ zu verschärfen.

Das Urteil begrenzt, was Der Spiegel über Ulmens mutmaßliche Verstrickung in den Deepfake-Skandal veröffentlichen darf. Die Berichterstattung über die separaten Misshandlungsvorwürfe von Fernandes bleibt davon unberührt. Unterdessen drängen Politiker weiter auf gesetzliche Reformen, um KI-generierte Inhalte und digitale Belästigung einzudämmen.

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