Giffey diskutiert Apothekenreform und Finanznot mit Rudower Apothekerin
Paulina JüttnerGiffey diskutiert Apothekenreform und Finanznot mit Rudower Apothekerin
Franziska Giffey besucht Rudower Apotheke: Reformen und Finanzdruck im Fokus
Franziska Giffey, Berlins Senatorin für Wirtschaft, besuchte am Mittwoch die Alte Kloster-Apotheke im Stadtteil Rudow. Die ehemalige regierende Bürgermeisterin diskutierte eine Stunde lang mit der Inhaberin Katja Laurisch-Nehrkorn über drängende Themen – darunter die anstehende Apothekenreform und die finanziellen Belastungen für lokale Apothekerinnen und Apotheker.
Laurisch-Nehrkorn brachte während des Gesprächs die längst überfällige Anpassung der Festbetragsregelung für Apotheken zur Sprache. Sie argumentierte, dass eine Aktualisierung der Gebühren bessere Löhne ermöglichen würde, was die Mitarbeiterzufriedenheit, Motivation und Bindung an den Beruf steigern könnte. Giffey, die sich später auf Instagram für den Austausch bedankte, betonte die unverzichtbare Rolle der Apotheken in der Gesundheitsversorgung der Kieze.
Ein weiteres Thema war die geplante Berliner Ausbildungsabgabe, die sich an den Bruttolohnkosten orientieren soll. Laurisch-Nehrkorn warnte, dass diese zusätzliche finanzielle Belastung die Apotheken weiter unter Druck setzen könnte. Zudem sprach sie die zunehmende Direktverteilung hochpreisiger Medikamente an, die den Großhandel umgeht und die Einnahmen der Apotheken schmälert.
Kritisch äußerte sich Laurisch-Nehrkorn auch zu Plänen, die Aufgaben von Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und Assistenten (PTA) auszuweiten. Sie befürchtet, dass dadurch Drogerieketten den Weg in den verschreibungspflichtigen Medikamentenmarkt ebnet werden könnte. Zudem forderte sie verbindliche Verhandlungsrechte, damit Apotheker ihre Gebühren ohne Einmischung des Bundesgesundheitsministeriums selbst festlegen können.
Nach dem Treffen zeigte sich Laurisch-Nehrkorn zwar gehört, räumte aber ein, dass Giffeys Einfluss auf die Bundespolitik begrenzt sei. Der Besuch unterstrich die finanziellen und betrieblichen Herausforderungen, vor denen Berlins Apotheken stehen. Laurisch-Nehrkorns Forderungen nach Gebührenreformen, fairen Lohnstrukturen und stärkeren Verhandlungsrechten bleiben dringlich. Gleichzeitig belasten die geplante Ausbildungsabgabe und die Direktverteilung von Medikamenten weiterhin die unabhängigen Apotheken.






