24 June 2026, 14:21

Hamburgs Gesundheitskrise: Unversicherte Migranten bleiben ohne medizinische Hilfe

Notfallfonds kann keine Behandlungen mehr bezahlen

Hamburgs Gesundheitskrise: Unversicherte Migranten bleiben ohne medizinische Hilfe

Migranten ohne Krankenversicherung in Hamburg stecken seit Mitte Mai 2023 in einer Gesundheitskrise. Der Notfallfonds der Stadt, einst eine Rettungsleine für dringende Behandlungen, ist mittellos. Jahre steigender Bedarf und chronische Unterfinanzierung haben dazu geführt, dass viele Menschen keinen Zugang zu lebenswichtiger medizinischer Versorgung mehr haben.

Die Clearingstelle im Hamburger Flüchtlingszentrum unterstützt seit 2012 unversicherte Personen. Sie hilft ihnen, in das reguläre Gesundheitssystem zu gelangen, oder übernimmt die Kosten für akute Behandlungen über einen kommunalen Notfallfonds. Allein 2024 erhielten 678 von 781 Klient:innen eine Förderzusage – rund 718.000 Euro flossen in Behandlungen und Medikamente.

Die Zahl der Beratungen stieg von 284 im Jahr 2012 auf über 2.300 in diesem Jahr. Doch das Budget wurde nie dauerhaft erhöht, um den wachsenden Bedarf zu decken. Das Netzwerk Medinetz, das sich für unversicherte Menschen einsetzt, warnt: Ohne den Fonds bleiben viele unbehandelt – mit Risiko schwerer oder sogar tödlicher Folgen durch Erkrankungen wie Infektionen.

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Der Senat betont, die Clearingstelle arbeite auf freiwilliger Basis, ihre Finanzierung hänge von jährlichen Haushaltsbeschlüssen ab. Unter Verweis auf Haushaltszwänge stellte die Stadt in diesem Jahr keine neuen Mittel bereit. Seit Mai 2023 floss kein zusätzliches Geld mehr – der Notfallfonds ist für Neuanträge leer.

Medinetz kritisiert die Sparpolitik der Stadt scharf: Kürzungen würden auf dem Rücken von Kranken und Armen ausgetragen. Ähnliche Clearingstellen gibt es auch in anderen norddeutschen Bundesländern wie Bremen, Hannover und Schleswig-Holstein.

Der Notfallfonds bleibt aufgebraucht, weitere Unterstützung für das restliche Jahr 2024 ist nicht in Sicht. Ohne zusätzliche Mittel werden unversicherte Menschen in Hamburg weiterhin auf lebenswichtige medizinische Versorgung verzichten müssen. Die Situation zeigt die wachsende Kluft zwischen Bedarf und Ressourcen in den städtischen Unterstützungssystemen.

Quelle