"Hammerbande"-Chefin Lina E. überraschend auf freien Fuß gesetzt
Lina E., die Anführerin der linksextremistischen Gruppe Hammerbande, ist vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte die Entscheidung und setzte ihre Strafe nach einer Überprüfung des Falls vorzeitig aus.
Zwischen 2018 und 2020 verübte die Hammerbande gewalttätige Überfälle in Sachsen und Thüringen. Die Gruppe griff Personen an, die sie als rechtsextrem oder neonazistisch verdächtigte. Bei den Angriffen kamen Waffen wie Hämmer, Metallstangen und Pfefferspray zum Einsatz, wobei die Opfer schwere Verletzungen davontrugen.
Lina E. wurde 2022 nach einem hochgesicherten Prozess vor dem Oberlandesgericht Dresden verurteilt. Die Behörden ergriffen strenge Sicherheitsvorkehrungen aus Angst vor Ausschreitungen und politischen Auseinandersetzungen. Sie erhielt eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten – weniger als die von der Staatsanwaltschaft geforderten acht Jahre – wegen der Gründung einer kriminellen Vereinigung, schwerer Körperverletzung, Urkundenfälschung, Diebstahls und Nötigung.
Nach Verbüßung von etwa zwei Dritteln ihrer Strafe, einschließlich der Untersuchungshaft, bewilligte das Gericht ihre vorzeitige Entlassung. Die Richter begründeten dies mit ihrem Gewalverzicht, ihrem guten Verhalten im Gefängnis und einer positiven Prognose für ihr künftiges Verhalten. Der Rest der Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.
Das Urteil besiegelt Lina E.s sofortige Freilassung unter Auflagen. Kritiker verweisen auf den Fall als Beispiel für unterschiedliche gerichtliche Umgangsweisen mit links- und rechtsextremer Gewalt. Die Entscheidung folgt zwar den rechtlichen Verfahren, hat aber die Debatte über die Einheitlichkeit der Strafzumessung bei politisch motivierten Straftaten neu entfacht.






