30 April 2026, 04:33

Hohentengen zeigt, wie schnelles Internet ohne Fördergeld gelingt

Nahaufnahme eines Glasfaserkabels mit blauen und wei├čen Lichtern auf schwarzem Hintergrund

Hohentengen zeigt, wie schnelles Internet ohne Fördergeld gelingt

Ein kleines Städtchen in Baden-Württemberg hat eines der schnellsten Internetnetze Deutschlands aufgebaut – ganz ohne staatliche Förderung. In Hohentengen am Hochrhein surfen die Einwohner nun mit Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabyte pro Sekunde. Das Projekt entstand, nachdem die Gemeinde es leid war, auf die Bewilligung eines 2,25-Millionen-Euro-Zuschusses zu warten.

Der Weg dorthin begann vor über einem Jahr, als die Verantwortlichen staatliche Finanzhilfen beantragten. Doch die Verzögerungen trieben sie zur Eigeninitiative: Die Kommune investierte fast drei Millionen Euro und deckte den Rest über Kredite ab.

Heute erstreckt sich das kommunale Netz über 90 Kilometer, mit mehr als 10.000 Kilometern verlegter Glasfaserkabel. Ein entscheidender Innovationsschub kam vom Technikexperten Andreas Nauroth, der ein minimalinvasives Verlegeverfahren entwickelte. Dadurch konnten die Kabel mit nur geringen Beeinträchtigungen für Straßen oder Grundstücke verlegt werden.

Betrieben wird das System von zwei lokalen Trägern: MOKO, dem kommunalen Kommunikationstechnik-Betrieb der Gemeinde, und der MKTH GmbH, die für das Management zuständig ist. Ihre Arbeit war so erfolgreich, dass mittlerweile 96 Prozent der Haushalte den Service nutzen. Die Bewohner zahlen 69 Euro im Monat für ein Paket aus Hochgeschwindigkeitsinternet, Telefonie und Fernsehen.

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Bürgermeister Martin Benz ruft andere ländliche Gemeinden auf, es Hohentengen gleichzutun. Seine Botschaft ist klar: Schnelles, zuverlässiges Internet lässt sich auch ohne jahrelanges Warten auf externe Hilfe verwirklichen.

Das Netz in Hohentengen beweist, dass lokale Eigeninitiative moderne Infrastruktur schaffen kann. Die Investition der Gemeinde versorgt nahezu alle Haushalte zu wettbewerbsfähigen Konditionen. Nun, da das Projekt voll funktionsfähig ist, hoffen die Verantwortlichen, dass ihr Modell Schule macht – und andere zum Nachahmen anregt.

Quelle