28 June 2026, 14:23

Humboldt Forum: Berlins prunkvoller Kulturpalast sucht noch seinen Platz in der Stadt

Humboldt Forum feiert 5. Geburtstag

Humboldt Forum: Berlins prunkvoller Kulturpalast sucht noch seinen Platz in der Stadt

Das Humboldt Forum in Berlin beherbergt unter seiner kreuzgekrönten Kuppel das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst. Trotz seines ehrgeizigen Kulturprogramms kämpft der Ort mit Besuchermangel und wirkt wie ein Fremdkörper in seiner eigenen Umgebung. Viele empfinden es als prunkvollen Palast, der sich von der Stadt, der er dienen soll, entfremdet hat.

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Finanziert von vermögenden rechtspopulistischen Spendern, sollte das Humboldt Forum den preußischen Glanz im östlichen Berlin wiederaufleben lassen. Schon sein Bau löste hitzige Debatten über geraubte Kunst, Restitution und koloniale Gewalt aus – Diskussionen, die seine Identität prägten, noch bevor es seine Türen öffnete.

Das Programm des Forums setzt sich mit großen Themen wie dem Schwinden der Demokratie und globaler Ungerechtigkeit auseinander. Performances wie Sarah Ama Duahs to build to bury to remember hinterfragen koloniale Perspektiven, indem sie Objekte als autonome Körper inszenieren. Doch das Publikum besteht größtenteils aus Touristen, die eher aus Neugier als aus tieferem Interesse kommen.

2021 verzeichnete das Humboldt Forum rund 634.000 Besucher – ein Bruchteil im Vergleich zu den etwa 13 Millionen des Louvre. Das Gebäude selbst, mit seinen Rolltreppen und betonlastigen Weiten, wirkt oft kalt und abweisend. Nach fünf Jahren scheint es noch immer auf der Suche nach seinem Platz im kulturellen Diskurs.

Kritiker werfen dem Humboldt Forum vor, zu sehr mit dem Kolonialismus verbunden und zu weit entfernt vom Geist der Stadt zu sein. Seine opulente Architektur und sein Programm haben bisher kein breites lokales Publikum überzeugt. Die Herausforderung, den Ort wirklich einladend zu gestalten, bleibt ungelöst.

Quelle