Mainz bekommt Haushalt 2026 genehmigt – doch nur mit radikalen Sparmaßnahmen und scharfer Kritik
Franziska MentzelMainz bekommt Haushalt 2026 genehmigt – doch nur mit radikalen Sparmaßnahmen und scharfer Kritik
Mainz erhält grüne Ampel für Haushalt 2026 – doch nur mit drastischen Kürzungen und scharfer Kritik der Aufsichtsbehörde
Die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz hat die Genehmigung für ihren Haushalt 2026 erhalten – allerdings erst nach massiven Einschnitten und deutlichen Warnungen der Aufsichtsbehörde. Die Finanzpläne der Stadt wurden von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), der zuständigen Regionalbehörde, stark beschnitten, da viele der prognostizierten Annahmen als unrealistisch eingestuft wurden. Trotz der Auflagen präsentieren die Verantwortlichen in Mainz die Entscheidung als wichtigen Schritt auf dem Weg zur Konsolidierung der städtischen Finanzen.
Die ADD erteilte die Zustimmung vor allem, um eine voraussichtliche Ablehnung durch das Landesinnenministerium zu verhindern. Mit der Freigabe verbunden sind jedoch drastische Kürzungen bei neuen Krediten und der Schuldenaufnahme. Die Behörde kritisierte die finanziellen Planungen der Stadt für die kommenden Jahre als "vollständig ungenehmigungsfähig". In einem Schreiben an Mainz warnte die ADD vor "kaum zu rechtfertigenden Neuverschuldungen" und stellte infrage, ob die Stadt ihre geplanten Investitionen mit dem aktuellen Personalstand überhaupt umsetzen könne.
Ursprünglich waren Investitionen in Höhe von 306 Millionen Euro vorgesehen – dieser Betrag wurde nun auf lediglich 75 Millionen Euro zusammengestrichen. Die ADD bezeichnete die ursprünglichen Zahlen als "inakzeptabel überzogen". Trotz der Kürzungen plant Mainz für 2026 weiterhin eine Neuverschuldung von rund 395,4 Millionen Euro, wobei die Gesamtverschuldung bis 2029 voraussichtlich etwa 1,1 Milliarden Euro erreichen wird.
Mit seinen finanziellen Problemen steht Mainz nicht allein da. Als Gründungsmitglied des Bündnisses "Für die Würde unserer Städte" unterstützt die Stadt die Forderung nach einer Nettoentlastung der Kommunen in Höhe von 32 Milliarden Euro. Zudem drängt die regierende "Kenia-Koalition" aus CDU, Grünen und FDP auf "grundlegende Reformen" von Bund und Ländern, um die Belastung der kommunalen Haushalte zu verringern.
Der genehmigte Haushalt ermöglicht Mainz zwar, voranzukommen – allerdings unter strengen finanziellen Vorgaben. Die Aufsichtsbehörde hat tiefe Einschnitte bei Krediten und Investitionen erzwungen, was der Stadt kaum Spielraum lässt. Gleichzeitig hält die Forderung nach umfassenderen Reformen an, da kommunale Spitzen weiter nach langfristigen Lösungen für die chronische Unterfinanzierung der Städte suchen.






