Niedersachsen setzt auf tiefe Geothermie als Schlüssel für die Wärmewende
Paulina JüttnerNiedersachsen setzt auf tiefe Geothermie als Schlüssel für die Wärmewende
Tiefe Geothermie gewinnt in Niedersachsen rasant an Bedeutung
Immer mehr Kommunen, regionale Versorger und energieintensive Unternehmen in Niedersachsen erkunden die Möglichkeiten der tiefen Geothermie. Um diesen Trend zu unterstützen, hat der Niedersächsische Geothermie-Dienst (NGD) nun eine detaillierte Kartenserie veröffentlicht, die geeignete Standorte für die Erschließung ausweist.
Die neuen Karten wurden von Geothermie-Experten des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) erstellt. Sie werteten Daten von über 1.100 Tiefbohrungen aus, um Gebiete mit nutzbaren geothermischen Ressourcen zu identifizieren. Im Fokus steht dabei die Exter-Formation, eine Gesteinsschicht aus der Keuperzeit, die vor mehr als 200 Millionen Jahren entstand und bis zu 2.600 Meter tief reichen kann – mit Temperaturen von über 100 Grad Celsius.
Funktionsweise und Potenzial der Tiefengeothermie Tiefengeothermische Systeme fördern Thermalwasser aus Sandsteinschichten über Bohrungen an die Oberfläche. Die Wärme wird dann mithilfe von Wärmetauschern für Fernwärmenetze oder industrielle Großanwendungen nutzbar gemacht. Die meisten bestehenden Tiefengeothermie-Bohrungen in Deutschland reichen zwischen 2.000 und 3.500 Meter in die Tiefe – deutlich unterhalb der 400-Meter-Grenze, ab der von Tiefengeothermie gesprochen wird.
Trotz des beträchtlichen ungenutzten Potenzials in Norddeutschland hemmen hohe Bohrkosten und Erkundungsrisiken die Entwicklung. Die neuen Karten sollen diese Unsicherheiten verringern, indem sie Planern und Investoren die vielversprechendsten Standorte aufzeigen. Die Serie steht ab sofort online zur öffentlichen Nutzung bereit.
Schlüsselrolle für die Energiewende Fachleute sehen in der Tiefengeothermie einen zentralen Baustein für die Energiewende in Niedersachsen. Die Technologie bietet eine stabile, erneuerbare Wärmequelle für Ballungsräume und Industrie – und könnte so die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern.
Die Kartenserie des LBEG liefert ein wichtiges Instrument, um geothermische Projekte in der Region zu beschleunigen. Durch die Kennzeichnung geeigneter Gesteinsformationen und die Reduzierung von Erkundungsrisiken unterstützt sie Kommunen und Unternehmen bei der Umstellung auf saubere Energielösungen. Die Initiative fügt sich in die größeren Bestrebungen ein, die erneuerbare Wärmeversorgung in Niedersachsen auszubauen.






