01 May 2026, 22:34

Nitrendipin-Mangel belastet Blutdruckpatienten seit Monaten mit ungewisser Lösung

Grafik, die die Anzahl der Todesfälle durch Benzodiazepine in den Vereinigten Staaten im Laufe der Zeit zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Nitrendipin-Mangel belastet Blutdruckpatienten seit Monaten mit ungewisser Lösung

Ein flächendeckender Engpass bei Nitrendipin, einem gängigen Kalziumkanalblocker, macht Patienten die Beschaffung ihres Medikaments zunehmend schwer. Die Probleme begannen bereits im vergangenen Sommer und betreffen mittlerweile sowohl die 10-Milligramm- als auch die 20-Milligramm-Dosierungen mehrerer Hersteller. Die deutsche Arzneimittelbehörde hat den Wirkstoff offiziell auf die Liste der anhaltenden Lieferengpässe gesetzt.

Nitrendipin gehört zur Gruppe der Kalziumkanalblocker, die verhindern, dass Kalzium in die Zellen eindringt. Dadurch bleiben die Arterien entspannt und der Blutdruck bleibt unter Kontrolle. Der Wirkstoff zählt zur Untergruppe der Nifedipin-ähnlichen Blockern – eine von drei Kategorien neben den Verapamil- und Diltiazem-Typen. Allerdings sind diese Medikamente nicht für jeden geeignet: Sie dürfen nicht bei Patienten mit Herzinsuffizienz oder nach einem kürzlichen Herzinfarkt eingesetzt werden.

Die verschiedenen Kalziumkanalblocker unterscheiden sich auch in ihren Einnahmeempfehlungen: Nitrendipin sollte nach den Mahlzeiten eingenommen werden, Lercanidipin vor dem Essen, während Amlodipin unabhängig von den Mahlzeiten verwendet werden kann.

Ursache für den aktuellen Mangel sind Produktionsprobleme bei mehreren Herstellern. Aristo Pharma meldete Verzögerungen bei der 20-Milligramm-Variante – eine Lösung wird frühestens bis Ende 2023 erwartet. Andere Unternehmen wie Ratiopharm und Aliud Pharma planen, die Lieferungen der 20-Milligramm-Tabletten bis Ende März wiederaufzunehmen. Der Hersteller AbZ wird voraussichtlich erst Ende Mai wieder ausliefern können.

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Der Engpass bei Nitrendipin ist Teil eines größeren Problems, das auch andere ältere, aber unverzichtbare Medikamentengruppen betrifft. Patienten, die auf den Wirkstoff angewiesen sind, haben seit Monaten Schwierigkeiten, ihre Rezepte einzulösen.

Die Versorgungs krise zwingt manche Betroffene, nach Alternativen zu suchen oder auf neu gelieferte Chargen zu warten. Während einige Hersteller in den kommenden Monaten die Verfügbarkeit wiederherstellen wollen, wird es bei anderen deutlich länger dauern. Die Situation unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen bei der Produktion und Verteilung lang etablierter Arzneimittel.

Quelle