Oktoberfest: Wie aus einer königlichen Hochzeit das größte Volksfest wurde
Franziska MentzelOktoberfest: Wie aus einer königlichen Hochzeit das größte Volksfest wurde
Das Oktoberfest – das größte Bierfest der Welt – zieht seit über zwei Jahrhunderten Besucher in seinen Bann. Was 1810 als königliche Hochzeitsfeier begann, hat sich längst zu einer globalen Tradition entwickelt. Jahr für Jahr strömen Millionen Gäste nach München, um auf der Theresienwiese das farbenfrohe Treiben mitzuerleben.
Die erste Auflage des Festes fand am 12. Oktober 1810 statt – aus Anlass der Vermählung von Kronprinz Ludwig von Bayern mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Die Feierlichkeiten wurden damals auf den Feldern vor den Toren Münchens abgehalten, die später zu Ehren der Braut in Theresienwiese – Theresens Wiese – umbenannt wurden. Mit der Zeit wuchs das Fest über Pferderennen und Gelage hinaus: Bierzelte, Fahrgeschäfte und traditionelle bayerische Blasmusik prägten zunehmend das Bild.
Bis heute ist das Oktoberfest seinem Ursprungsort treu geblieben. Im Münchner Stadtarchiv lagern seltene Fotografien, die seine Geschichte dokumentieren – von den beschaulichen Versammlungen des frühen 19. Jahrhunderts bis zu den heutigen Menschenmassen. Doch trotz aller Veränderungen sind die Kerntraditionen unverändert geblieben: Dirndl, Lederhosen und Maßkrüge voller Bier.
Was einst ein einzelnes königliches Ereignis war, erstreckt sich heute über 16 bis 18 Tage im Herbst. Der weltweite Ruhm des Festes ist ungebrochen, doch sein Herz schlägt nach wie vor auf derselben Wiese, auf der alles begann.
Jährlich im September und Oktober verbindet das Oktoberfest Einheimische und Touristen in München. Seine anhaltende Beliebtheit spiegelt die tiefe Verwurzelung in der bayerischen Kultur und Geschichte wider. Mit seinem festen Standort und den zeitlosen Bräuchen bleibt es eine der ikonischsten Feiern der Welt.






