23 May 2026, 16:33

Orange Bänke gegen Gewalt: Wie Vandalismus antifeministische Hetze sichtbar macht

"Ich bin ein einsamer Krieger"

Orange Bänke gegen Gewalt: Wie Vandalismus antifeministische Hetze sichtbar macht

Orangefarbene Bänke als Symbol gegen Gewalt – doch Vandalismus zeigt wachsende antifeministische Feindseligkeit

In deutschen Städten sind leuchtend orangefarbene Bänke aufgestellt worden – Teil der UN-Kampagne Orange the World gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Doch diese Zeichen der Solidarität werden zunehmend Ziel von Vandalenaktionen, ein alarmierendes Symptom für den generellen Anstieg antifeministischer Angriffe.

Die Kampagnenbänke, die Aufklärung fördern sollen, wurden bereits in Osnabrück, Wiesbaden und Annweiler beschädigt. Die Meldungen über solche Vorfälle häufen sich und spiegeln eine breitere Welle der Gewalt gegen Gleichstellungsinitiativen wider.

Der Antifeminismus, eine politische Strömung, die sich gegen Frauen- und queere Rechte richtet, gewinnt in Deutschland an Fahrt. Allein 2024 verzeichnete die Meldestelle Antifeminismus 558 Vorfälle – im Schnitt zehn pro Woche. Viele davon umfassen Drohungen, Sachbeschädigungen oder digitale Hetze.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Beim jüngsten Kongress der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) in Lübeck trafen sich 70 Gleichstellungsbeauftragte unter dem Motto Kurs halten in antifeministischen Gewässern. Sie tauschten Strategien aus, um der Bewegung zu widerstehen und Unterstützungsnetzwerke zu stärken. Eine Beauftragte aus Baden-Württemberg berichtete, dass rechtsextreme Aktivist:innen nach einem öffentlichen Statement vor ihrer Haustür aufgetaucht seien.

Eine Umfrage unter 350 Gleichstellungsbeauftragten ergab, dass 63 Prozent bereits antifeministische Angriffe auf ihre Arbeit erlebt hatten – 40 Prozent sogar mehrfach in den letzten zwei Jahren. Viele klagten zudem über Kürzungen der Mittel, mangelnde institutionelle Rückendeckung und offene Feindseligkeit.

Bundesfrauenministerin Karin Prien (CDU) sagte ihre geplante Teilnahme am Kongress kurzfristig ab. Ihre geplanten Umstrukturierungen in der Förderpolitik könnten Gleichstellungsprojekte im ganzen Land weiter schwächen.

Die beschädigten Bänke und die zunehmenden Attacken auf Gleichstellungsbeauftragte zeigen: Antifeministische Akteure hinterlassen spürbare Spuren. Angesichts prekärer Finanzierung und wachsender Ablehnung setzen Aktivist:innen nun auf engere Vernetzung und kollektiven Widerstand, um ihre Arbeit zu schützen.

Quelle