05 April 2026, 06:30

Pforzheim will doch noch Kulturhauptstadt 2025 werden – trotz geschlossener Bewerbungsfrist

Eine visuelle Darstellung von kulturellen Institutionen, die in die Europäische Union integriert werden, mit animierten Menschen, Maschinen, Boxen und dem Text "kulturelle Institution, Aggregator, Europeana."

Pforzheim will doch noch Kulturhauptstadt 2025 werden – trotz geschlossener Bewerbungsfrist

Pforzheim prüft eine Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2025 – obwohl das offizielle Auswahlverfahren bereits abgeschlossen ist. Die Bürgermeister Peter Boch und Sibylle Schüssler informierten kürzlich den Stadtrat über die geplante Kandidatur. Den Anstoß gab ein Besuch von Dr. Ulrich Fuchs, dem Vorsitzenden der Jury, der mit lokalen Investoren über Finanzierung und Anforderungen sprach.

Dr. Fuchs traf sich am 17. und 18. September mit dem Investorenkreis Pforzheims. Er betonte, dass sich Städte, die den Titel anstreben, nicht durch Kürzungen im bestehenden Kulturhaushalt finanzieren dürfen. Sponsorengelder könnten lediglich öffentliche Mittel ergänzen, nicht aber ersetzen.

Der Stadtrat hat die Verwaltung nun beauftragt, eine verbindliche Finanzzusage einer privaten Gruppe einzuholen. Diese soll die vollständigen Kosten für Veranstaltungen oder Projekte im Rahmen der Bewerbung übernehmen. Zudem muss bis November ein detailliertes Konzept vorliegen, das den Inhalt der Kandidatur skizziert und den Bedarf an öffentlichen Mitteln abschätzt.

Obwohl für 2025 offiziell keine Bewerbungen mehr möglich sind – Chemnitz und Novo mesto wurden bereits 2019 ausgewählt –, könnte Pforzheim dennoch sein Interesse bekunden. Die erste Gelegenheit dazu bietet eine Veranstaltung in Berlin Mitte Oktober.

Dr. Fuchs versicherte dem Rat, dass private Mittel die Bewerbungskosten vollständig decken könnten. Gleichzeitig unterstrich er, dass öffentliche Gelder für laufende Kulturprogramme unangetastet bleiben müssten.

Als nächste Schritte plant Pforzheim, bis November ein Bewerbungskonzept zu finalisieren und private Förderer zu gewinnen. Die Stadt will ihren Fall im Oktober in Berlin vorstellen – trotz des bereits abgeschlossenen Auswahlverfahrens. Der Erfolg hängt davon ab, ob die vollständige private Finanzierung gesichert wird, ohne die öffentlichen Kulturhaushalte zu kürzen.

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