26 June 2026, 20:19

Pistorius warnt vor explodierenden Rüstungskosten und Personalnot in der Bundeswehr

Pistorius sieht weiterhin keinen Bedarf an der Einberufung

Pistorius warnt vor explodierenden Rüstungskosten und Personalnot in der Bundeswehr

Bundeswehrminister Pistorius spricht über steigende Militärausgaben und Personalprobleme

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat sich zu den wachsenden Kosten im Militärbereich und den Herausforderungen bei der Personalgewinnung geäußert. Er bestätigte, dass die Kosten für das Fregattenprojekt F126 mittlerweile über 18 Milliarden Euro liegen – eine Steigerung um 8 Milliarden Euro gegenüber früheren Schätzungen. Zugleich schloss er eine Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht vorerst aus.

Interne Prüfungen hatten die explodierenden Kosten des F126-Programms offenbart. Die Gesamtausgaben belaufen sich nun auf mehr als 18 Milliarden Euro und liegen damit deutlich über dem ursprünglichen Budget. Pistorius räumte die finanzielle Belastung ein, betonte jedoch Deutschlands weiterhines Engagement in der Verteidigungskooperation mit Frankreich – trotz Rückschlägen wie dem Scheitern des FCAS-Programms (Future Combat Air System).

Beim Thema Personal erklärte der Minister, dass eine Rückkehr zur Wehrpflicht kurzfristig nicht anstehe. Die Ampelkoalition setze stattdessen auf gezielte Maßnahmen, falls Personalengpässe bestehen blieben, statt auf eine allgemeine Dienstpflicht. Auch ein selektives System nach Bedarf sei derzeit keine Option – der Grundsatz der Freiwilligkeit bleibe für die kommenden Jahre maßgeblich.

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Um Engpässe in der Rüstungsindustrie zu bewältigen, wurde ein Runder Tisch ins Leben gerufen. Dessen Ziel ist es, stabile Lieferketten für die Verteidigungproduktion zu sichern. Pistorius regte zudem an, das Know-how der Automobilbranche zu nutzen, um die militärische Fertigung zu stärken. Moderne Militärstärke hänge zunehmend von hoch entwickelter Technologie und der massenhaften, kostengünstigen Produktion von Drohnen ab, so der Minister.

Pistorius zeigte sich mit seiner aktuellen Rolle als Verteidigungsminister zufrieden und schloss eine Kandidatur als SPD-Kanzlerkandidat derzeit aus. Die Regierung werde das Wachstum der Streitkräfte und den Personalbedarf engmaschig beobachten. Bei Kostenüberschreitungen in Großprojekten wie der F126 seien Korrekturmaßnahmen nötig. Vorerst setze Deutschland auf freiwillige Rekrutierung und strategische Partnerschaften, um die Sicherheitsherausforderungen zu meistern.

Quelle