19 June 2026, 10:21

Rechtsstreit um Schufa-Scoring: Wie transparent müssen Bonitätsbewertungen sein?

Schufa vor Gericht: Ein veralteter Streit - Mit Auswirkungen auf die Zukunft der KI

Rechtsstreit um Schufa-Scoring: Wie transparent müssen Bonitätsbewertungen sein?

Im März 2023 führte die Schufa ein neues Bonitätsbewertungsmodell ein, das auf einer Skala von 100 bis 999 basiert und zwölf definierte Kriterien berücksichtigt. Mit dem Update soll das alte, komplexere System bis Ende 2028 abgelöst werden. Nun tobt ein Rechtsstreit darüber, wie detailliert das Unternehmen seine Berechnungsmethoden offenlegen muss.

Fünf Kläger haben die Schufa verklagt, da sie der Ansicht sind, die aktuellen Angaben des Unternehmens zu den Berechnungsgrundlagen der Bonitätsscores seien unzureichend. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe muss nun entscheiden, ob die bisherigen Informationen den GDPR-Anforderungen an Transparenz bei automatisierten Entscheidungsverfahren genügen.

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Die Schufa betont, ihre Offenlegungen entsprächen bereits den gesetzlichen Vorgaben. Das neue Modell gehe sogar über künftige Standards hinaus, indem es jeden Faktor und dessen Gewichtung preisgebe. Die Kläger fordern jedoch tiefere Einblicke in die Logik hinter den Bewertungen.

Das Urteil könnte künftige datenbasierte Bewertungsverfahren prägen und die GDPR-Pflichten für ähnliche Systeme klären. Ab November 2026 werden zudem neue Datenschutzgesetze einen rechtlichen Rahmen für „materielle Scoring“-Systeme schaffen.

Die Entscheidung des BGH wird maßgeblich bestimmen, wie detailliert die Schufa ihre Daten offenlegen muss. Sie könnte zudem einen Präzedenzfall für andere Auskunfteien und deren Einhaltung von Transparenzregeln schaffen. Der Fall unterstreicht die anhaltende Debatte über Verbraucherrechte bei algorithmischen Entscheidungsprozessen.

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