Schwarz-Grün als letzte Rettung? Warum die Koalition an alten Gräben scheitern könnte
Franziska MentzelSchwarz-Grün als letzte Rettung? Warum die Koalition an alten Gräben scheitern könnte
Eine schwarz-grüne Koalition gilt inzwischen als letzte Chance für die traditionelle Parteidemokratie in Deutschland. Eine solche Regierung hätte das Ziel, zentrale Herausforderungen wie Klimaschutz, Geopolitik und wirtschaftliche Stabilität anzugehen. Doch die tief verwurzelte Feindseligkeit zwischen Grünen und CDU macht eine Zusammenarbeit schwierig.
Mitte der 1990er Jahre trafen sich junge Politiker beider Parteien – darunter Cem Özdemir, Peter Altmaier und Armin Laschet – regelmäßig in einem italienischen Restaurant in Bonn. Die Medien tauften diese Runde „Pizza-Connection“ und stilisierten sie zum Symbol einer möglichen Versöhnung zwischen Grünen und Union.
Trotz früherer Gelegenheiten in den Jahren 2013, 2017 und 2021 kam es bisher nie zu einer schwarz-grünen oder grün-schwarzen Bundesregierung. Innerparteilicher Widerstand in beiden Lagern blockierte eine Zusammenarbeit immer wieder. So stieß etwa Özdemirs Kandidatur für das Amt des Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg auf Unmut bei Teilen der Grünen wie der CDU.
In der Außen-, Europa- und Sicherheitspolitik gibt es durchaus gemeinsame Schnittmengen. Doch selbst Kompromisse, die ein gemeinsamer Wirtschafts- und Klimaminister aushandeln würde, dürften auf Widerstand verschiedener Flügel stoßen. Für eine erfolgreiche Koalition müssten beide Seiten Zugeständnisse machen und geschlossen auftreten.
Die Aufgabe einer solchen Regierung bestünde darin, drängende Fragen zu lösen – vom Klimaschutz über wirtschaftliche bis hin zu geopolitischer Stabilität. Ob sie gelingt, hängt davon ab, ob die inneren Gräben und historischen Spannungen überwunden werden. Ohne Kompromissbereitschaft bleiben die Aussichten auf eine schwarz-grüne Koalition ungewiss.






