Staatsverschuldung explodiert: Jeder Deutsche schuldet fast 30.000 Euro
Käte KitzmannStaatsverschuldung explodiert: Jeder Deutsche schuldet fast 30.000 Euro
Deutschlands Staatsverschuldung steigt rasant – auf über 30.000 Euro pro Kopf
In den vergangenen Jahren ist die deutsche Staatsverschuldung stark angestiegen: von 1,9 Billionen Euro auf über 2,5 Billionen Euro. Damit beläuft sich die Pro-Kopf-Verschuldung auf nahezu 30.000 Euro. Der deutliche Anstieg geht einher mit einer Lockerung der Haushaltsregeln, um umfangreiche neue Ausgabenprogramme zu finanzieren.
2025 lockerte die Regierungscoalition die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse. Dadurch konnten bestimmte Ausgaben die Kreditaufnahmegrenzen umgehen. Diese Änderung ebnete den Weg für den Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK), ein mit Krediten finanziertes Programm über 500 Milliarden Euro, das sich über zwölf Jahre erstreckt.
Der SVIK sieht 300 Milliarden Euro für Bundesinvestitionen in Straßen, Schienen, Energienetze und Digitalisierung vor. Weitere 100 Milliarden Euro fließen in den Klimaschutz- und Transformationsfonds (KTF). Bis Ende 2025 waren bereits verbindliche Zusagen in Höhe von 87,6 Milliarden Euro für SVIK-geförderte Projekte erteilt – auch wenn viele davon noch nicht sichtbar waren.
Auch die Militärausgaben steigen deutlich: Die Beschaffungsetats klettern von 21,7 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf voraussichtlich 103,5 Milliarden Euro bis 2029. Die Regierung erwartet, dass diese Investitionen das deutsche BIP kurzfristig um etwa einen halben Prozentpunkt steigern werden.
Doch der Fortschritt bleibt hinter den Erwartungen zurück. Ende 2025 befanden sich zwei Drittel der SVIK-Vorhaben noch in der Planungsphase, nur ein Drittel war in der Umsetzung. Der durchschnittliche Fortschritts- und Wirkungsgrad der Projekte lag bei 54 Prozent. Kritiker werfen der Regierung vor, ein Großteil der SVIK-Mittel diene lediglich der Umwidmung bestehender Haushaltsposten – echte Neuinvestitionen blieben aus.
Die Lockerung der Schuldenbremse und das SVIK-Programm haben zwar erhebliche finanzielle Verpflichtungen ermöglicht. Die Staatsverschuldung ist gewachsen, und große Projekte sind angestoßen. Doch Verzögerungen bei der Umsetzung und Zweifel an tatsächlich zusätzlichen Ausgaben bleiben zentrale Herausforderungen für die Zukunft des Programms.






