Streit um Elektroauto-Produktion spaltet Mercedes-Werk in Untertürkheim
Alida ZänkerStreit um Elektroauto-Produktion spaltet Mercedes-Werk in Untertürkheim
Am Mercedes-Benz-Werk in Untertürkheim haben sich die Spannungen nach dem Scheitern der Verhandlungen am Montag weiter zugespitzt. Im Mittelpunkt des Streits steht die künftige Rolle des Standorts bei der Produktion von Elektroautos – zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern gibt es bisher keine Einigung.
Der Betriebsrat, der die Belegschaft am Stuttgarter Standort Untertürkheim vertritt, fordert verbindliche Zusagen, dass das Werk künftig Elektrofahrzeuge fertigen wird. Die Geschäftsführung weigert sich jedoch, konkrete Verpflichtungen einzugehen. Stattdessen verlangt sie von den Beschäftigten Zugeständnisse, bevor sie über langfristige Pläne verhandelt.
Ab dem 1. Juli wird der Betriebsrat Überstunden in der Produktion nicht mehr genehmigen. Diese Maßnahme könnte die Produktion im Werk, in dem rund 19.000 Menschen beschäftigt sind, empfindlich stören. Der Rat warnt, dass ohne klare Zusage für die Elektroauto-Fertigung die Zukunft des Standorts ungewiss bleibt.
Der Konflikt eskaliert zu einem Zeitpunkt, an dem Mercedes-Benz bis 2022 zehn neue rein elektrisch betriebene Modelle auf den Markt bringen will. In mehreren Werken des Konzerns drängen Betriebsräte auf einen größeren Anteil an den zukünftigen Arbeitsplätzen in diesem Bereich. Doch in Untertürkheim sind die Verhandlungen festgefahren – beide Seiten liegen in der Frage, welche Rolle das Werk in der Elektrostrategie des Autobauers spielen soll, weiter im Clinchen.
Die Pattsituation lässt das Untertürkheimer Werk in der Schwebe, während Mercedes-Benz den Umstieg auf Elektrofahrzeuge beschleunigt. Ohne eine Lösung drohen Produktionsverzögerungen, die einen der größten Fertigungsstandorte des Unternehmens treffen könnten.






