24 April 2026, 20:30

Stromnetz in Deutschland: Wie die Spitzenlast von 80 Gigawatt gesichert werden soll

Säulendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland mit begleitendem erklärendem Text vergleicht.

Stromnetz in Deutschland: Wie die Spitzenlast von 80 Gigawatt gesichert werden soll

Deutschlands Stromnetz steht vor Herausforderungen bei der Deckung der Spitzenlast, die fast 80 Gigawatt erreichen kann. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, unterhält das Land eine "strategische Reserve" von 2,6 GW an Bereitschaftskraftwerken. Nun mehren sich die Debatten darüber, wie dieses System gestärkt und ältere Anlagen weiterbetrieben werden können.

Das aktuelle System schreibt vor, dass Kraftwerksbetreiber die Zustimmung der Bundesnetzagentur einholen müssen, bevor sie unrentable Anlagen stilllegen. Diese Regel soll plötzliche Versorgungsengpässe verhindern. Energiekonzerne wie E.ON und RWE argumentieren jedoch, dass die Marktbedingungen Investitionen in neue Kapazitäten hemmen – und warnen vor künftigen Engpässen.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) schlägt vor, die strategische Reserve auf 7 bis 10 Gigawatt auszubauen. Diese größere, flexiblere Backup-Kapazität könnte extreme Nachfragespitzen abdecken. Die Bundesregierung lehnt jedoch einen Kapazitätsmarkt ab – ein System, in dem Kraftwerke für ihre Bereitschaftshaltung bezahlt werden – trotz Forderungen aus der Wirtschaft.

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Energieminister Sigmar Gabriel lehnt einen solchen Markt ab und wies sogar einen gemeinsamen Vorschlag mit Frankreich zurück. E.ON hingegen betont, dass die Frage der Kapazitätszahlungen weiter bestehen bleibe, da die aktuellen Regelungen keine langfristige Netzsicherheit garantierten.

Vorerst wird sich Deutschland auf die bestehende Reserve von 2,6 GW stützen und nach Wegen suchen, die Flexibilität zu erhöhen. Da ein Kapazitätsmarkt vom Tisch ist, müssen alternative Lösungen gefunden werden, um Kraftwerke am Netz zu halten. Ohne neue Anreize bleibt das Risiko von Versorgungsengpässen in Spitzenzeiten bestehen.

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