10 June 2026, 02:23

Stuttgart 21: Digitaler Bahnhof mit Milliardengrab und zehn Jahren Verspätung

Stuttgart 21: Grüner Verkehrsexperte Gastel scharf kritisiert Konzept und spricht von einem großen Fehler

Stuttgart 21: Digitaler Bahnhof mit Milliardengrab und zehn Jahren Verspätung

Stuttgart steht kurz davor, Deutschlands erster vollständig digitalisierter Bahnhof zu werden. Doch das Projekt Stuttgart 21, das den Verkehrsknotenpunkt der Stadt modernisieren sollte, sieht sich wegen explodierender Kosten und jahrelanger Verzögerungen scharfer Kritik ausgesetzt. Ein Bahn-Experte der Grünen bezeichnete das gesamte Vorhaben als „kolossalen Fehler“.

Ursprünglich sollte Stuttgart 21 bis 2021 fertiggestellt werden – bei einem Budget von 4,5 Milliarden Euro. Nun rechnen die Verantwortlichen erst mit einer Fertigstellung im Jahr 2031, ganze zehn Jahre später als geplant. Die aktuellen Kostenschätzungen belaufen sich auf 11,3 Milliarden Euro, mehr als das Doppelte der ursprünglichen Planung.

Matthias Gastel, Bundestagsabgeordneter der Grünen und Bahn-Experte, übt seit Langem Kritik am Projekt. Er argumentiert, der neue Bahnhof verfüge weder über ausreichende Kapazitäten noch über die nötige betriebliche Flexibilität. Laut Gastel sei das Design nicht auf künftiges Wachstum ausgelegt und biete keine Möglichkeiten für zusätzliche Strecken, falls diese benötigt würden.

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Gastel betont zudem, dass die für Stuttgart 21 ausgegebenen Gelder anderswo sinnvoller in die Infrastruktur hätten investiert werden können. Statt die Anbindungen zu verbessern, habe das Projekt langfristige Einschränkungen für das regionale Schienennetz geschaffen.

Trotz aller Rückschläge wird Stuttgart bald über einen voll digitalisierten Bahnhof verfügen. Doch die enormen Kosten und die verzögerte Fertigstellung werfen Fragen nach dem langfristigen Nutzen auf. Kritiker zweifeln weiterhin daran, ob die Investitionen die versprochenen Vorteile für Fahrgäste und den Schienenverkehr tatsächlich bringen werden.

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