Stuttgart 21: Neue Verzögerungen und Milliardenkosten drohen vor entscheidender Weichenstellung
Franziska MentzelStuttgart 21: Neue Verzögerungen und Milliardenkosten drohen vor entscheidender Weichenstellung
Stuttgart 21: Nach jahrelangen Verzögerungen drohen weitere Unsicherheiten
Das seit langem verzögerte Bahnprojekt Stuttgart 21 steht vor neuen Fragezeichen. Ursprünglich für 2019 geplant, wurde die Inbetriebnahme auf Dezember 2026 verschoben – bei explodierenden Kosten von mittlerweile rund 11,3 Milliarden Euro. Noch in dieser Woche, am Freitag, fällt eine entscheidende Weichenstellung: Soll der Start schrittweise erfolgen oder wird es eine weitere Verschiebung geben?
Der Zeitplan bleibt brüchig. Die für den Betrieb des neuen Knotenpunkts notwendigen digitalen Systeme werden erst nach Dezember 2026 einsatzbereit sein, was die Verzögerungen verlängert. Zudem erfordert die Anbindung der neuen Infrastruktur an das bestehende Streckennetz häufige Sperrpausen – besonders betroffen sind Pendler, die in Richtung Osten über Bad Cannstatt reisen.
Für das kommende Jahr sind erhebliche Einschränkungen zu erwarten, da die Bauarbeiten an Fahrt aufnehmen. Zwar wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um die Auswirkungen abzufedern, doch bis zum 18. Juli 2024 wurden keine konkreten Maßnahmen bekannt gegeben. Frühere Vorschläge wie "Joker-Gleise" (Notfallgleise) oder "Flex-Abfahrten" (flexible Abfahrtszeiten), die von der Taskforce "Zuverlässige Bahn" entwickelt wurden, stehen in keinem direkten Bezug zur aktuellen Lage.
Auch rechtlich eskaliert der Streit: Die Deutsche Bahn verklagt Projektpartner wegen deren Anteil an den Mehrkosten, der Fall liegt nun in der Berufung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wer die stark gestiegene Rechnung übernehmen muss – schließlich hat sich das ursprüngliche Budget mehr als verdoppelt.
Die Entscheidung am Freitag wird zeigen, ob Stuttgart 21 schrittweise in Betrieb geht oder abermals verschoben wird. Fahrgäste müssen sich auf anhaltende Behinderungen einstellen, während die für den Vollbetrieb notwendigen digitalen Systeme erst nach dem geplanten Starttermin verfügbar sein werden. Die finanziellen und logistischen Herausforderungen des Projekts nehmen weiter zu.






