Telematikinfrastruktur: Bundesregierung verschiebt Frist für Therapeuten auf Oktober 2027
Franziska MentzelTelematikinfrastruktur: Bundesregierung verschiebt Frist für Therapeuten auf Oktober 2027
Die deutsche Bundesregierung hat die Frist für Therapeuten und Anbieter medizinischer Hilfsmittel zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) des Landes verschoben. Ursprünglich für Januar 2026 vorgesehen, gilt nun der 1. Oktober 2027 als neuer Stichtag. Die Verzögerung folgt auf Rückschläge bei der Einführung elektronischer Rezepte für Therapien und medizinische Hilfsmittel.
Von der verlängerten Frist profitieren rund 90.000 Leistungserbringer. Der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) begrüßt die zusätzliche Zeit und bezeichnet sie als entscheidend, um die Infrastruktur weiter zu verbessern. Gleichzeitig rät das Deutsche Medizinrechenzentrum (DMRZ) zu einer freiwilligen frühzeitigen Umsetzung, um letzte-minute-Probleme zu vermeiden.
Die Verschiebung hat für einige Unternehmen finanzielle Folgen. Der IT-Dienstleister Cherry verzeichnet durch die Verzögerung Millionenverluste. Seine Lösung TIM.Pro erhielt zwar Ende letzten Jahres die gematik-Zertifizierung, doch das Unternehmen muss nun seine Pläne anpassen. Um die Verluste auszugleichen, beschleunigt Cherry Ersatzprojekte und wirbt aktiv um neue Kunden für seine Software.
Die Behörden warnen Anbieter davor, bis zu den letzten Monaten zu warten. Zwar soll die Fristverlängerung den Übergang erleichtern, doch betonen die Verantwortlichen, dass die Vorbereitungen jetzt beginnen müssten.
Die neue Deadline gibt den Leistungserbringern fast zwei zusätzliche Jahre, um die TI-Anforderungen zu erfüllen. Elektronische Rezepte für Therapien und medizinische Hilfsmittel bleiben eine zentrale Hürde. Unternehmen wie Cherry passen unterdessen ihre Strategien an, um die finanziellen Auswirkungen der Verzögerung zu bewältigen.






