Traditionsunternehmen Wehrle-Werk AG meldet nach 164 Jahren Insolvenz an
Käte KitzmannTraditionsunternehmen Wehrle-Werk AG meldet nach 164 Jahren Insolvenz an
Wehrle-Werk AG, ein traditionsreiches Familienunternehmen mit Schwerpunkt Umwelttechnologie, hat am 25. August 2024 Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen, bekannt für Großmaschinen und Abwasserbehandlungssysteme, steht nach 164 Jahren Betriebsgeschichte vor einer ungewissen Zukunft.
Die Insolvenzanmeldung folgte auf monatelange finanzielle Belastungen. Ein Cyberangriff am 11. Mai 2024 hatte Produktions- und Kommunikationssysteme lahmgelegt und die ohnehin angespannte Lage weiter verschärft. Gleichzeitig waren die Auftragseingänge stark zurückgegangen, sodass der Unternehmensführung kaum Handlungsalternativen blieben.
Geschäftsführer Axel Buchholz bestätigte, dass die Insolvenz angesichts der jüngsten Entwicklungen unvermeidbar gewesen sei. Mittlerweile wurde Marc-Philippe Hornung zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Gemeinsam mit der Unternehmensführung prüft er nun Möglichkeiten zur Restrukturierung und Stabilisierung des Betriebs.
Trotz der Krise erhalten die Mitarbeiter weiterhin ihr Gehalt – gesichert durch Insolvenzgeld. Tochtergesellschaften sind von dem Verfahren nicht betroffen. Wehrle-Werk hatte sich insbesondere in den Bereichen anaerobe Vergärung und Biogastechnologie einen Namen gemacht und konkurrierte mit Unternehmen wie EnviTec Biogas sowie internationalen Konzernen wie Veolia und Suez. Doch zunehmender Wettbewerb und operative Rückschläge haben dem Unternehmen zugesetzt.
Das Insolvenzverfahren wird zeigen, ob sich die Wehrle-Werk AG erholen kann. Ziel der Restrukturierungsbemühungen ist es, die Zukunft des Unternehmens zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten. Bis auf Weiteres läuft der Betrieb unter Aufsicht des Insolvenzverwalters weiter.






