05 May 2026, 04:46

Valsartan-Skandal: Acht Jahre Giftalarm und unendliche Gerichtsprozesse

Plakat, das zeigt, dass Amerikaner zwei bis drei Mal mehr für Medikamente gezahlt haben als andere Länder, mit Flaschen und einer Spritze.

Valsartan-Skandal: Acht Jahre Giftalarm und unendliche Gerichtsprozesse

Der Valsartan-Verseuchungsskandal zieht sich seit acht Jahren hin – die juristischen Auseinandersetzungen dauern noch immer an. Der Beginn der Krise datiert auf Juni 2018, als in Chargen des Blutdruckmittels Valsartan Verunreinigungen mit einem wahrscheinlich krebserregenden Stoff entdeckt wurden. Hersteller wie Hexal und Sandoz sahen sich seitdem mit Rückrufen, Klagen und Streitigkeiten mit ihren Zulieferern über die Verantwortung für die Kontamination konfrontiert.

Der Skandal eskalierte, nachdem Tests ergaben, dass Valsartan-Produkte N-Nitrosodimethylamin (NDMA) enthielten – eine Substanz, die mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht wird. Behörden ordneten Rückrufe an, von denen 2.308 Chargen in 23 Ländern betroffen waren. Hexal, Sandoz und andere Unternehmen zogen ihre Präparate aus dem Verkehr, während Patienten und Aufsichtsbehörden Alarm schlugen.

Als Reaktion darauf wandten sich die Hersteller an ihre chinesischen Zulieferer und forderten Entschädigung für die finanziellen Folgen. Sandoz reichte im April 2020 eine Klage ein und verlangte über 8,6 Millionen US-Dollar für bereits entstandene Schäden sowie zusätzliche 12,2 Millionen US-Dollar für mögliche künftige Haftungsansprüche. Der Zulieferer wehrte sich und argumentierte, dass die Schiedsgerichtsklauseln im Rahmenliefervertrag einzelne Bestellungen nicht abdeckten.

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Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied später zugunsten der Hersteller. Das Gericht urteilte, dass jede Einzelbestellung unter den übergeordneten Liefervertrag falle und damit dessen Schiedsvereinbarungen implizit gelte. Zudem wies es Vorwürfe ungleicher Verhandlungsmacht zwischen den Unternehmen und ihrem Zulieferer zurück und bestätigte den ursprünglichen Schiedsspruch.

Die Entscheidung des BGH stärkt den Schiedsspruch und ermöglicht es Hexal und Sandoz, Schadensersatz von ihrem Zulieferer einzufordern. Betroffene Patienten klagen weiterhin gegen die Pharmaunternehmen, während die Hersteller versuchen, die Verluste aus dem langwierigen Rückrufverfahren auszugleichen. Der Fall bleibt ein Präzedenzfall in Haftungsstreitigkeiten der Pharmabranche.

Quelle