Vier Städte testen barrierefreie Gehwege für die Zukunft des Zu-Fuß-Gehens
Franziska MentzelVier Städte testen barrierefreie Gehwege für die Zukunft des Zu-Fuß-Gehens
Vier Städte in Baden-Württemberg haben ein Pilotprojekt gestartet, um die Infrastruktur für Fußgänger zu verbessern. Balingen, Heilbronn, Pforzheim und Stuttgart erproben neue Wege, um das Zu-Fuß-Gehen attraktiver und komfortabler zu gestalten. Ziel des Vorhabens ist es, dass bis 2030 die Hälfte aller Wege in der Region zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt wird.
Im kommenden Jahr werden die Städte Gehwege entlang wichtiger Routen bewerten und deren Zustand mit digitalen Hilfsmitteln dokumentieren – darunter auch 360-Grad-Kameras. Die Initiative ist Teil einer umfassenderen Strategie, Hindernisse zu beseitigen und barrierefreie, flüssig begehbare Wege für Fußgänger zu schaffen.
Das unter dem Titel "Freie Gehwege – Raum fürs Zu-Fuß-Gehen" laufende Projekt konzentriert sich darauf, häufige Stolpersteine zu identifizieren und zu entfernen. Dazu zählen falsch platzierte Mülleimer, überflüssige Verkehrsschilder, auf Gehwegen parkende Autos, Versorgungsboxen, Parksäulen und Werbedisplays. Jede Stadt wird diese Probleme kartieren und Lösungsansätze testen, um die Barrierefreiheit zu erhöhen.
Verantwortet wird das Projekt von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) im Auftrag des Verkehrsministeriums des Landes. Fachliche Unterstützung liefern die Planungsbüros Bernard Gruppe und VIA. Die Ergebnisse werden ausgewertet, und die wirksamsten Maßnahmen sollen bis Anfang 2027 in einem Praxisleitfaden zusammengefasst werden.
Über das Pilotprojekt hinaus wirbt die AGFK-BW auch ländliche Gemeinden für das Programm "LandRad" an, das das Zu-Fuß-Gehen und Radfahren in weniger verdichteten Gebieten fördert. Während 32 Kommunen in Baden-Württemberg bereits die Qualitätsstandards für Fuß- und Radverkehr erfüllen, wurden 15 zuvor für gezielte Verbesserungen ausgewählt. Unklar ist jedoch noch, wie viele neue Teilnehmer an künftigen Pilotvorhaben teilnehmen werden.
Vertreter betonen, dass die künftige Stadtplanung von vornherein die Bedürfnisse von Fußgängern in den Mittelpunkt stellen müsse. Dieser Ansatz soll Engpässe vermeiden und das Zu-Fuß-Gehen zur selbstverständlichen Wahl für kurze Strecken machen.
Die vier Modellstädte werden das nächste Jahr damit verbringen, ihre Ansätze zu testen und zu verfeinern. Ihre Erkenntnisse sollen als Grundlage für bessere Fußgängerinfrastrukturen in der gesamten Region dienen. Bei Erfolg könnte das Projekt prägen, wie Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg künftig ihre Straßen gestalten.






