08 May 2026, 04:31

Warum Deutschlands Pushback-Politik an den Grenzen scheitert – und was stattdessen helfen könnte

Liniengraph, der die Anzahl der Personen zeigt, denen in den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2016 Asyl gewährt wurde, mit begleitendem erklärendem Text.

Warum Deutschlands Pushback-Politik an den Grenzen scheitert – und was stattdessen helfen könnte

Deutschlands jüngste Pushback-Politik an den Grenzen steht massiv in der Kritik. Seit Mai 2025 konzentrieren sich die Behörden darauf, Asylsuchende an den Grenzen zu Österreich, Polen und der Schweiz abzuweisen. Doch Fachleute zweifeln, ob diese Maßnahmen wirksam – oder überhaupt rechtmäßig – sind.

Der Migrationsforscher Gerald Knaus verurteilte die Zurückweisungen als Verstoß gegen EU-Recht. Er argumentiert, der Ansatz sei weder nachhaltig noch menschenwürdig. Seine Analyse deutet darauf hin, dass der drastische Rückgang der Asylanträge nicht auf die Berliner Politik zurückzuführen ist, sondern auf veränderte Bedingungen in Syrien.

2024 nahmen Deutschland und Österreich 80 Prozent aller Syrier auf, die in der EU Schutz erhielten. Nun verzeichnen beide Länder die stärksten Rückgänge bei Neuanträgen. Trotz des Regierungsfokus auf Pushbacks betont Knaus, dass diese Bemühungen kaum Wirkung zeigen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Noch 2015 war die Forderung nach solchen Maßnahmen ein Nischenthema, das allein von der rechtspopulistischen AfD vorangetrieben wurde. Heute steht sie im Zentrum der offiziellen Politik. Knaus appelliert an die Verantwortlichen, die aktuelle Phase geringerer Antragszahlen zu nutzen, um ein faireres, langfristiges System für die Bewältigung irregulärer Migration in die EU zu schaffen.

Die Asylzahlen sind im Vergleich zum Vorjahr stark gesunken. Doch die Pushback-Strategie bleibt umstritten – Kritiker werfen ihr vor, die Ursachen von Migration nicht zu bekämpfen. Die Debatte dreht sich nun darum, ob Deutschland zu nachhaltigeren Lösungen übergeht.

Quelle