Warum die Welt von Meinungen überflutet wird – und die Natur still antwortet
Käte KitzmannWarum die Welt von Meinungen überflutet wird – und die Natur still antwortet
Zu jedem erdenklichen Thema überschwemmen Meinungen weiterhin die öffentliche Debatte. Vom Nahostkonflikt über Windräder bis hin zu veganen Torwarthandschuhen – die Diskussionen zeigen keine Anzeichen einer Beruhigung. Die Welt, so scheint es, wird nie daran mangeln.
Talkshows, Podcasts und Online-Foren produzieren unablässig neue Standpunkte. Viele halten es mittlerweile für veraltet, Gedanken für sich zu behalten. Manche schlagen sogar vor, jede Person auf drei Meinungen pro Tag zu beschränken, um den Überfluss einzudämmen.
In einem verspielt gedachten Experiment bildet sich die Natur selbst ein Urteil über die Menschen. Das Mittelmeer sortiert Urlauber nach ihrem Verhalten. Eine Kaktuspflanze, Mücken und Sonnenblumen bringen ihre Ansichten nicht in Worten, sondern durch ihr Handeln zum Ausdruck.
Auch moderne Trends hinterfragt die Autorin kritisch. Achtsames Atmen überzeugt sie nach wie vor nicht. Sie beobachtet, wie Menschen oft in der Natur Trost suchen, weil diese ihnen keine Kritik entgegenbringt. Der endlose Strom an Meinungen reißt nicht ab. Die Natur, so die fantasievolle Idee, beteiligt sich auf ihre eigene Weise an der Diskussion. Die Frage, ob man sie äußern oder für sich behalten sollte, bleibt indes unbeantwortet.
