Wie ein syrischer Flüchtling in Bremen mit kostenlosen Reparaturen überzeugt
Franziska MentzelWie ein syrischer Flüchtling in Bremen mit kostenlosen Reparaturen überzeugt
Ein neues Gesetz, das im Juli in Kraft tritt, wird Karem Hasan das Leben erleichtern – dem Gründer eines beliebten Reparaturcafés in Bremen. Seit Jahren repariert er kostenlos defekte Geräte und hilft Anwohnern, die Lebensdauer ihrer Elektronik und Haushaltsgeräte zu verlängern. Seine kleine Werkstatt hinter der Heilig-Geist-Kirche ist zu einem Treffpunkt im Stadtteil Neue Vahr geworden.
Hasan kam 2018 nach Bremen, nachdem er aus Syrien geflohen war, wo er in Damaskus als Elektroniker und Berufsschullehrer gearbeitet hatte. Bereits acht Monate nach seiner Ankunft eröffnete er das Reparaturcafé, um sein Wissen weiterzugeben. Die Werkstatt in der August-Bebel-Allee 276 hat mittlerweile jeden Samstag von 10 bis 14 Uhr geöffnet, zusätzlich zu weiteren Öffnungszeiten unter der Woche.
Im Café repariert Hasan Geräte ohne Berechnung. Falls Ersatzteile benötigt werden, unterstützt er die Kunden bei der Beschaffung. Sein Team besteht aus seiner Frau und einem ukrainischen Praktikanten, die ihm bei der wachsenden Zahl der Besucher helfen. Hasan, der inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hat, plant nicht, nach Syrien zurückzukehren.
Im Dezember 2024 trat er der SPD bei und verband damit sein kommunales Engagement mit politischer Arbeit. Das bevorstehende „Recht auf Reparatur“ wird seine Arbeit weiter vereinfachen, da Ersatzteile und Reparaturinformationen leichter zugänglich werden.
Das Reparaturcafé bleibt eine wichtige Anlaufstelle für Bremer Bürger und bietet kostenlose Reparaturen sowie praktische Hilfe. Mit dem neuen Gesetz wird Hasans Arbeit noch effizienter. Seine Initiative reduziert nicht nur Abfall, sondern stärkt auch den Zusammenhalt im Stadtteil Neue Vahr.






