Wiesbadens Karnevalstradition bekommt nach Mainzer Druck einen neuen Namen
Käte KitzmannWiesbadens Karnevalstradition bekommt nach Mainzer Druck einen neuen Namen
Eine langjährige Tradition im Wiesbadener Karnevalsumzug erhält einen neuen Namen. Seit etwa 20 Jahren bedankt sich die gefiederte Figur der "Zugen(d)te" – der krönende Abschluss des Umzugs – bei den in Orange gekleideten Aufräumhelfern. Doch nach rechtlichem Druck aus Mainz wird sie künftig "Gans am End" (Gans am Ende) heißen.
Die "Zugen(d)te" war seit den frühen 2000er-Jahren ein vertrautes Bild am Ende des Wiesbadener Schmotzigen-Donnerstags-Umzugs. Ähnlich wie der Rosenmontagszug in Mainz markierte sie das Ausklangen der Feierlichkeiten und ehrte gleichzeitig die Freiwilligen, die hinterher die Straßen säubern. Doch der Name gehört dem Mainzer Carneval-Verein (MCV), der "Zugente" als eigene Karnevalssymbolik markenrechtlich schützen ließ.
In diesem Jahr reichte der Mainzer Karnevalsverein Beschwerde gegen die Verwendung des Begriffs in Wiesbaden ein. Hannsgeorg Schönig, Präsident des MCV, bestand darauf, dass der Name ausschließlich in Mainz verwendet werden dürfe. Um einen Rechtsstreit zu vermeiden, entschied sich die Wiesbadener Dachorganisation DACHO für eine Anpassung. Die Figur selbst – ein mit weißen Federn geschmücktes Fahrzeug – war ohnehin nie eine Ente, sondern eine Gans, sodass die Umbenennung in "Gans am End" eine pragmatische Lösung darstellte.
Guntram Eisenmann, künstlerischer Leiter der DACHO, willigte ein, die ursprüngliche Beschriftung der Figur zu entfernen. Die Entscheidung spart kostspielige Auseinandersetzungen und bewahrt gleichzeitig den Geist der Tradition. Vor Ort wird der Schritt als trotzige, aber heitere Antwort auf den Mainzer Anspruch wahrgenommen – und erhält damit den nachbarschaftlichen Dank an die Aufräumteams.
Die umgetaufte "Gans am End" wird ab 2025 den Wiesbadener Umzug beschließen. Nach zwei Jahrzehnten unangefochtener Nutzung bleibt die kulturelle Bedeutung des Finales damit gewahrt. Mit dem neuen Namen entspricht die Figur nun auch optisch ihrem gänseartigen Design – und bleibt vor allem außerhalb der Gerichtssäle.
Wiesbaden's 'Gans am End' debuts successfully in 77th anniversary parade
The renamed 'Gans am End' made its debut as the closing figure in Wiesbaden's DACHO 77-year anniversary parade on 15 February 2026, drawing over 350,000 spectators. Wagon builder Mario Kollozeike proposed the name change, noting the figure's goose-like design. The event marked the first public use of the new name, which avoids legal disputes with Mainz while preserving the tradition.






