"Wir wollten raus": Wie Peter Niebergall die DDR-Hölle überlebte und seinen Peiniger vor Gericht brachte
Käte Kitzmann"Wir wollten raus": Wie Peter Niebergall die DDR-Hölle überlebte und seinen Peiniger vor Gericht brachte
Ein neues Memoir von Peter Niebergall wirft ein Licht auf das Leben unter dem kommunistischen Regime der DDR. "Wir wollten raus" erzählt von seiner Verhaftung, seinem Prozess und der systematischen Unterdrückung, der sich Regimegegner ausgesetzt sahen. Das Buch deckt zudem die strukturellen Versagensfälle der DDR auf – von politischer Verfolgung bis hin zu wirtschaftlichen Absurditäten.
Peter Niebergall und seine Frau Heidi beantragten 1983 die Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland. Ihr Gesuch führte am 6. August desselben Jahres zu ihrer Verhaftung – gemeinsam mit anderen Bürgerrechtlern. Dem Paar wurde "staatsfeindliche Hetze" vorgeworfen, angeklagt vom Staatsanwalt Ekkehard Kaul.
Am 27. Oktober 1983 verurteilte die Strafkammer des Bezirksgerichts Berlin-Pankow Niebergall zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung. Sein Memoir schildert nicht nur den juristischen Leidensweg, sondern auch frühere Erlebnisse, darunter die Beobachtung der sowjetischen Invasion in der Tschechoslowakei während des Prager Frühlings 1968.
Jahre später holte die Justiz Kaul ein: 1998 verurteilte ihn das Landgericht Berlin wegen Rechtsbeugung und Freiheitsberaubung. Die Strafe von einem Jahr und drei Monaten wurde zur Bewährung ausgesetzt. Niebergalls Buch stellt diese juristischen Konsequenzen dem propagandistischen Selbstbild der DDR gegenüber – und karikiert etwa deren gescheiterte Agrarplanung als Symbol für die Inkompetenz des Regimes.
Sein Bericht dient als Dokumentation der DDR-Verbrechen gegen demokratische Grundsätze. Zugleich zieht Niebergall Parallelen zwischen den autoritären Methoden der DDR und besorgniserregenden Entwicklungen im heutigen Deutschland.
Niebergalls Memoiren bieten eine authentische Schilderung des Lebens in einem Unterdrückungssystem. Das Buch hält seine Inhaftierung, die spätere Verurteilung seines Anklägers und die langfristigen Folgen staatlicher Willkür fest. Mit der Veröffentlichung liefert es eine detaillierte Auseinandersetzung mit einer Vergangenheit, die bis heute nachwirkt.






