Wirtschaftsgipfel im Kanzleramt: Mittelstand fühlt sich von Merz ignoriert
Paulina JüttnerWirtschaftsgipfel im Kanzleramt: Mittelstand fühlt sich von Merz ignoriert
Ein Bündnis aus elf Wirtschaftsverbänden, darunter der BVMW, hat sich gegen den anstehenden Wirtschaftsgipfel im Kanzleramt ausgesprochen. Die von Bundeskanzler Friedrich Merz geleitete Veranstaltung soll Reformen behandeln – doch Kritiker werfen vor, dass der Mittelstand, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft aus kleinen und mittleren Unternehmen, dabei außen vor bleibt. Vertreter der Verbände beklagen, dass ihre zentralen Anliegen seit Langem ignoriert würden.
Der Konflikt eskaliert nach einem schlecht aufgenommenen Treffen in der Villa Borsig, bei dem die Bundesregierung scharfe Kritik einstecken musste. Christoph Ahlhaus, Hauptgeschäftsführer des BVMW, warf den Verantwortlichen vor, sich „in eine Sackgasse manövriert“ zu haben, indem sie den Mittelstand von den hochrangigen Gesprächen ausschlössen. Stattdessen brauche es einen „offenen, realitätsnahen Wirtschaftsdialog“, der den Sektor einbeziehe, der einen Großteil der deutschen Wirtschaft trage.
Die Verbände fordern seit Langem Reformen, darunter Bürokratieabbau, Anpassungen bei der Einkommensteuer und flexiblere Arbeitsgesetze. Doch keine dieser Forderungen steht auf der Tagesordnung des Gipfels. Angesichts der sich verschärfenden wirtschaftlichen Stagnation blicken die Gruppen mit „wachsender Sorge“ auf das Treffen. Viele kleine und mittlere Unternehmen berichten von zunehmender Unsicherheit und fürchten, dass ihre Nöte unbeachtet bleiben.
Ahlhaus betonte, der Mittelstand dürfe nicht als nachrangig behandelt werden. Die Verbände bestehen darauf, dass ein sinnvoller Reformprozess ihre Mitwirkung von Anfang an erfordere. Die Kritik unterstreicht die wachsende Kluft zwischen Politik und Mittelstand. Ohne Lösungen für Probleme wie Bürokratie und Steuerreform warnen die Verbände, könnte sich die wirtschaftliche Erholung Deutschlands weiter verzögern. Die Ergebnisse des Gipfels werden nun genau beobachtet – insbesondere, ob die Regierung ihren Kurs anpasst.






