Wohnungsnot in Deutschland: Mieter verlieren bis zu 16 Quadratmeter für denselben Preis
Alida ZänkerWohnungsnot in Deutschland: Mieter verlieren bis zu 16 Quadratmeter für denselben Preis
Mieter in Deutschland bekommen für ihr Geld deutlich weniger Wohnfläche als noch vor zwei Jahren. Eine aktuelle Studie zeigt, dass in 60 von 80 Großstädten die bezahlbaren Wohnflächen seit März 2022 um mindestens zehn Prozent geschrumpft sind. Der Trend setzt Haushalte zunehmend unter Druck, da die Konkurrenz um Wohnraum immer härter wird.
In Wiesbaden reichte eine Kaltmiete von 1.000 Euro Anfang 2022 noch für eine 91 Quadratmeter große Wohnung. Heute sind es für denselben Preis nur noch 82 Quadratmeter – ein Verlust von neun Quadratmetern oder fast zehn Prozent. Noch stärker betroffen sind Berlin und Hamburg: Hier müssen Mieter für dasselbe Budget 16 beziehungsweise 12 Quadratmeter weniger in Kauf nehmen.
Steigende Zinsen seit 2022 haben Wohneigentum für viele unerschwinglich gemacht und treiben immer mehr Menschen in den Mietmarkt. Diese erhöhte Nachfrage lässt die Preise nicht nur in den Großstädten, sondern auch in deren Umland steigen. Der sogenannte „Überlauf-Effekt“ führt dazu, dass nun auch benachbarte Städte unter ähnlichem Druck stehen, da Mieter nach günstigeren Alternativen suchen.
Im Ruhrgebiet macht sich ein „Nachholeffekt“ bemerkbar: Selbst geringe Mietsteigerungen schlagen hier mit zweistelligen prozentualen Sprüngen zu Buche. Gleichzeitig geben Vermieter gestiegene Instandhaltungskosten an die Mieter weiter und verschärfen so die finanzielle Belastung. Auch die Baukosten sind explodiert, was Neubauprojekte für viele Investoren unrentabel macht und die dringend benötigte Wohnraumschaffung bremst.
Theo Mseka, CEO von Immowelt, warnt, dass sich der Teufelskreis aus schrumpfenden Wohnflächen und steigenden Mieten ohne gezielte Förderung für die Baubranche weiter verschärfen werde. Die Daten verdeutlichen eine zunehmend prekäre Wohnungsnot: Mieter erhalten für dasselbe Geld deutlich weniger Fläche. Ohne Maßnahmen zur Entlastung des Bausektors wird sich der Trend voraussichtlich fortsetzen – und die Bezahlbarkeit in deutschen Städten weiter sinken.






